Am Sonntag (klar Sonntag, Sonntage sind immer gut) waren die Chefin und wir von Labrador Mogli zum Essen eingeladen worden.
Erst sah es aus als würde es eine Badeparty werden, denn es regnete und regnete, aber der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Chefs, die keine Lust auf schlammbespritzte, nasse Seehunde hatten, und die Sonne kam heraus.

Zu meiner Freude waren wir nicht die einzigen Gäste, lauter gute Bekannte waren ebenfalls eingeladen.
Wie es sich für eine zünftige Hunde-Party gehört, starteten wir mit einem gemütlichen Spaziergang. Für Unterhaltung war gesorgt – der regennasse Boden strömte über von Gerüchen, wer Lust hatte rannte ein Stückchen mit einem Spielkumpel und für Snacks war reichlich gesorgt.
Damit alles in einem gewissen Rahmen blieb, die Chefs sind ja immer so besorgt, gab es ab und an auch eine kleine Übung, Sitz-Platz-Bleib, ihr kennt das ja.



Ich war natürlich vorbildlich, das erste pubertäre Tal habe ich wohl hinter mir gelassen. Ich war sogar so eifrig dabei, dass ich das Auflösungskommando gar nicht mitbekam.
Auf einmal waren alle aufgestanden und weggegangen und nur ein kleiner blonder Retriever lag noch etwas verlegen an seinem Platz

Der Weg kam mir irgendwie bekannt vor und tatsächlich – auf einmal standen wir vor einer großen Steinhalde: hier hätte mich Ginny vor einem Jahr beinahe in ein Bergunglück verwickelt.

Erinnert ihr euch? Ginny war munter auf den Steinen herumgeturnt und ich in meiner Welpennaivität immer tapfer hinterher. Plötzlich war sie mit 2 großen Sätzen auf den Weg hinunter gesprungen und ich stand kläglich zwischen den Felsen und wusste nicht mehr vor und zurück.
Mann, war ich damals klein, heutzutage sind solche Steinchen natürlich kein Problem mehr für einen Kerl wie mich.


Mogli und sein Frauchen hatten zuhause auch noch einiges für uns vorbereitet und so machten wir uns auf den Heimweg.


Im Garten gab es ein paar einladende Stöcke, noch mehr Leckerchen und wer mochte bekam ein paar Kirschen gepflückt. Ich finde, wir haben es mit unseren Menschen gut getroffen, sie denken sich immer wieder nette Dinge für uns aus.



Im Haus hatten sie allerdings nicht so den Durchblick. Streng sollten wir auf irgendwelchen Laken Platz machen, obwohl wir alle lieber unter dem Tisch gelegen hätten. Merlin testete einmal kurz das Sofa, aber das war schon gar nicht erlaubt.


Als die Chefs einmal kurz abgelenkt waren, hatte ich es doch geschafft unter den Tisch mit den leckeren Dingen zu kommen. Ich machte mich ganz klein und hielt mich für völlig unauffällig, aber irgendwie haben sie es doch gemerkt und mich gleich wieder rausbefördert – Menschen können solche Spassverderber sein.

Beleidigt habe ich mich dann in Moglis Körbchen begeben, das sich dann aber als sehr bequem und kuschelig erwies – ein gelungener Abschluss für eine schöne Hundeparty: alles pennte tief und fest.

Viele Grüße, vielleicht ladet ihr euch auch mal ein paar Freunde zu einer Party ein, Euer Carlito