Ich scheine endgültig erwachsen zu werden. Heute durfte ich die Chefin zum ersten Mal allein in eine Menschenschule begleiten. Gut, eigentlich sollte Ginny mitkommen, aber die war am Monatag geimpft worden und fühlte sich völlig gematscht. Und Jack findet Kinder nur toll, wenn sie Bälle zum Werfen in der Hand halten, und dass soll in Klassenzimmern verboten sein.

Also musste ich alleine ran.
Zuert durften wir alleine in das Klassenzimmer, damit ich mir alles in Ruhe einmal anschauen konnte. Dann kamen die Kinder herein und setzten sich in einem großen Kreis um uns herum. So mag ich Kinder, nicht zu laut und nicht so eng auf mir drauf. Ich war so entspannt, dass ich mich erstmal gemütlich auf dem Rücken wälzte.

Die Chefin war ganz schön aufgeregt, aber ich war so was von cool: Obwohl ich mich zur Zeit von fremden Leuten nicht so gerne anfassen lasse, durften mich die kleinen Erstklässler alle vorsichtig streicheln.
Die Chefin hatte ihnen schließlich erklärt, wie sie sich ordentlich und höflich mit mir bekannt machen, und wo ich mich gerne streicheln lasse.
Besonders die Jungs habe ich intensiv abgeschnüffelt, die rochen so gut nach Pausenbroten!


Als ein Mädchen mir trotz aller Erklärungen auf den Kopf tatschte, bin ich einfach weggegangen und die Chefin konnte den Kindern erklären, was Hunde mögen und was nicht.
Nachdem mich alle begrüßt hatten, durfte ich zu meiner und der Freude der Kinder ein Dummy suchen, das die Chefin hinter den Kindern versteckt hatte. Wir hatten alle großen Spass!

Die Chefin war völlig begeistert, dass ich die Aufgabe sofort verstand, das haben wir so eigentlich noch gar nicht geübt! Aber hallo, bin ich ein Retriever, oder bin ich ein Retriever!?!



Zum Abschluss durften alle sich mit Hand- bzw. Pfotenschlag verabschieden. Ich patschte meine markante Pranke auf die zarten Kinderhände und danach wankte ich vollgefressen und eindrucksatt nach Hause.


„Carlchen, Du bist ein guter Lehrer,“ meinte die Chefin, na und ob!
Viele Grüße, Euer Juniorlehrer Carlito