Kaum war der Pokal im Regal verstaut, ging es weiter, die Chefin findet nach Bosses`s Tod dürfen wir keinen Stillstand haben:
Statt uns gemütlich im Garten auszutoben, gingen wir deshalb alle auf ein Turnier. Das „8. Norddeutsche Dogdance-Turnier“, das, wahrscheinlich durch Zufall, die Chefin in ihrer Reithalle in Flüggendorf veranstaltete.

Eigentlich habe ich ja mit Dogdance bisher nicht viel zu tun gehabt. Bosse war der große Dogdancer unseres Rudels. Ginny ist als Prinzessin Püppy auch immer wieder ein Star und Jack hat den Clowns-Bonus.
Und nun sollte ich auch ran. Nachdem die Chefin und ich die Eröffnungsrede gehalten hatten, durfte ich ein paar Runden über den blauen Teppich schweben, diesmal hatten wir auch genug Platz.

Alles lief nach Plan, die Leckerchen waren schmackhaft, die Lautsprecher zwar laut, aber akzeptabel und dann ertönte auf einmal bekannte Musik: der gute alte Elvis, den hören wir doch zuhause auch immer!



Kurzfristig kam die Chefin ins Schwimmen, zuhause haben wir das anders geübt, aber ich bin ja cool und souverän und so kamen wir schnell wieder auf die rechte Bahn.
Und so waren alle ganz begeistert, Elvis ist ja auch eine tolle Musik!
Danach traten eine ganze Reihe meiner guten Freunde auf, die auch anscheinend alle Dogdancer sind. Lea und Lilly und sogar mein großer Freund Mogli sprangen und stolzierten über den blauen Teppich, was die alles können! Ich dachte immer, wir Retriever holen im Wesentlichen Enten aus dem Wasser, aber da habe ich jetzt meinen Horizont deutlich erweitert – ich will das auch alles können!



Nachdem die Chefin, Elvis und ich unsere Sache so gut gemacht hatten, sollte Jack zu einem alten Country-Schlager den blauen Teppich rocken. Aber Jack hatte was in der Nase – und wenn Jack was in der Nase hat, wird der Verstand ziemlich abgeschaltet. Wahrscheinlich hat er den Chef in der Menge gerochen, auf jeden Fall war er total aufgeregt und nach den ersten gelungenen Takten machte er sich kurzer Hand vom Acker – und sprang über die immerhin gut 1,20 m hohe Bande mitten ins Publikum.

Da half kein Rufen und kein Säuseln, schwupps war er weg. Aber Jack wäre nicht Jack, wenn er die Sache nicht wieder gut gemacht hätte: Zur großen Erheiterung des Publikums sprang er nämlich genauso flott wieder zurück in den Vorführring und nun ging es, wenn auch etwas holperig mit der Western-Musik zur Sache.



Die Chefin nahm es mit Humor: „Dieser Hund wird wohl erst mit 10 Jahren ruhig und souverän“, meinte sie, aber für den ruhigen, souveränen Part hat sie ja auch mich.
Ginny hatte bis dahin mit Mette auf der Zuschauer-Bank posiert und war eigentlich nicht so richtig willig, plötzlich und ohne Vorwarnung zu tanzen.

Aber unsere „Pretty Woman“ ist ja bestechlich und so musste die Chefin zwar improvisieren und die Leckerchen-Quote deutlich raufsetzen, aber dann wurde fleißig geschwoft.



Fazit: der Chef und Mette dürfen beim nächsten Turnier nicht mit dabei sein, sie lenken zu doll ab. Ansonsten haben wir alle viel Spass gehabt, besonders hinterher als der Chef mit uns noch an den See gefahren ist.
Besonders gefreut hat es mich, dass mein Freund Merlin zugeschaut hat, er will auch Dogdancer werden und er hat bestimmt schon viel gelernt, auch wenn er zum Schluss eingeschlafen ist.
Viele Grüße Euer Carlito

