Heute hatte ich wieder „Ernsthaftes Training“.
Glücklicherweise gab es vorweg einen Spaziergang durch die Schneewehen hinterm Dorf – ich überlege, ob ich mich nicht von der Gemeinde als Schneepflug engagieren lassen soll. Oder als Eisbrecher! Ich schaffe es auf jeden Fall in rasanter Geschwindigkeit jeder Schneewehe den Garaus zu machen – mehr „Polarexpress“ als „Polar Bear“!
Aber dann wurde es ernsthaft. Wir fuhren nach Selent und trafen Bojan, den künftigen Blindenhund. Er muss lernen in jeder Lebenslage ruhig und beherrscht neben seiner Chefin zu gehen, ihr jedes Hindernis anzuzeigen und sie zu Ampeln oder anderen Straßenübergängen zu führen.


Wenn man überlegt, was wir Hunde alles lernen müssen, um zuverlässige Gefährten für einen blinden Menschen zu werden, schwirrt einem der Kopf - Bojan hat meine volle Hochachtung!
Wir gingen zusammen in die Sparkasse, wo uns eine nette Dame ansprach, leider hatte sie keine Leckerchen dabei.


Draußen war ich sehr beeindruckt, wie locker Bojan die großen Lastwagen und Busse wegsteckte. Ich zuckte zwar nicht zur Seite, aber diese Monster waren mir doch noch ein bißchen unheimlich. Die Chefin blieb gelassen und erhöhte die Leckerchen-Frequenz – da ging es mir schnell wieder gut!

Auf dem Friedhof war ich dafür wieder voll im Rennen, an jeder Absatz-Stufe ein formvollendetes Sitz, keiner sitzt so cool wie ich!

Die Chefin war sehr zufrieden mit Bojan und mir – entspanntes Gehen bei so vielen Reizeindrücken, kein Gehampel und Getobe – und dann, stellt Euch vor, hätte ich beinahe zum ersten Mal das Bein gehoben! Es hat noch nicht ganz geklappt, aber die Chefin meinte, dass wird noch!
Ich bin so ein Kerl, Euer Carlito