Die kleinen Dolcini sind ein pflegeleichter Haufen. Sie kacken wenig, sie jammern wenig, sie beißen nur in Maßen in Zehen oder Schuhe – bisher war wenig Grund sie aus dem Wohnzimmer zu entfernen. Aber letztlich standen jetzt wichtige Schritte in der Lebensentwicklung an, und der erste hieß: Die Dolcini müssen und wollen die Welt außerhalb der Begrenzungen des Welpenauslaufs kennenlernen.

Die Chefs hatten in den letzten drei Wochen zu diesem Zweck die Terrasse komplett erneuert, die Bretter bogen sich, die Balken waren morsch und natürlich hatten auch Simbas Buddeleskapaden das Objekt unterhöhlt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Terrasse strahlt in neuem Glanz, alle können sie wieder gefahrlos betreten, Ginny hat einen seniorengerechten Aufgang – und die Dolcini konnten endlich nach draußen.
Wie bei jeder guten Hundemutter wurde dieser wichtige Schritt sorgfältig von Mutter Simba überwacht und der allererste Schritt auf der Terrasse unter freiem Himmel führte an die mütterliche Milchbar.


Während wir anderen Hunde die Sache zunächst von außen kontrollierten, machten die Dolcini sich mit vollem Magen daran ihr neues Domizil zu erkunden.

Da gab es ja so viel zu entdecken!
Nicht immer elegant, aber dafür um so mutiger krabbelten und kletterten die Dolcini auf und unter alle Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellten




Simba wurde es im heißen Sonnenlicht schnell zu warm und sie verdrückte sich in die Hundehütte, sollte sich doch die Chefin um den Nachwuchs kümmern.



Die Welpen nahmen das der Frau Mama nicht krumm, war das neue Gehege doch so spannend, dass sie sich gar nicht satt gucken und schnüffeln konnten.





Tatsächlich traf Simba, wahrscheinlich nachdem sie im Handbuch „Aufzucht von Wolfs- und Hundewelpen“ nachgelesen hatte, eine klare Entscheidung: Sobald die Welpen die Wurfhöhle verlassen, kümmern sich in der Folge alle Rudelmitglieder um die Kleinen, sprich: Simba verschwand im kühlen Hauswirtschaftsraum und überließ alles Weitere ihrer guten Freundin Ginger.

Ginger war furchtbar neugierig und schnuffelte die Welpen ausführlichst ab, war aber deutlich irritiert, als die Lütten sofort nach einer Säugevorrichtung suchten und ihr unter den Bauch krabbelten.
Nachdem alle von der frischen Luft wie betrunken waren und die Hitze immer mehr zunahm, beendete die Chefin den ersten Ausflug und alle zogen sich ins kühle Wohnzimmer zurück.


Schon einen Tag später folgte das nächste Highlight: Die Dolcini bekamen das erste Mal in ihrem Leben feste Nahrung in Form eines Bällchens Rinderhackfleisch. Frau Grün als die Kleinste machte den Anfang und ich muss sagen – die Kleine entwickelte Tyrannosaurus Rex-Gelüste. Sie nuckelte das Fleisch zügig weg und hüpfte und sprang dann wie entfesselt durch die Wurfkiste, um noch mehr FLEISCH zu finden.

Die Großen wie Herr Gelb und Frau Rot ließen es gemächlicher angehen, waren aber genauso begeistert von der neuen Hamburger-Diät!


Frau Grün biss in der Zwischenzeit in alles was vielleicht auch FLEISCH war, ins Kleid der Juniorchefin, ihren Fuss, den bedauernswerten Herrn Gelb, der nach FLEISCH roch – unser ruhiges Püppy war wie im Rausch!



Aber letztlich forderte der anstrengende Ausflug und die neue Mahlzeit ihren Tribut – Frau Grün versöhnte sich mit ihren Geschwistern und schlief an Klein-Rosi gekuschelt schnell ein.
Woher sie diese Verfressenheit wohl hat?
Das fragt sich, Euer Carlito
