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    16.11.2011, 12:31 Uhr

    In der Stadt


    Endlich! Carlito Colombo hatte sein Debut in der Stadt!
    Nein, natürlich war ich schon mal in der Stadt – die Chefin weiß ja schließlich, was sie der Umweltgewöhnung eines Welpen schuldig ist. Aber immer nur ganz kurz – man darf den Kleinen ja nicht überfordern – und nicht so lange Wege, ach, immer so viele Bedenken!

    Dabei war ich doch schon seit Wochen ganz heiß drauf nach Downtown zu kommen, fesche Hundemädels kennenzulernen und vielleicht den einen oder anderen Leckerbissen abzustauben.

    Als es letzte Woche so weit war, hatte ich allerdings, Landei, das ich bin, in den ersten Minuten die gerade wachsenden Fellhosen ganz schön voll.

    Irgendwo in unserer Nähe ertönten Sirenen – schreckliche Geräusche – und überall waren Autos und komische Gerüche, ich habe mich ganz nah an die Chefin gehalten.

    Plötzlich lief ein anderer Retriever neben uns – ich habe mich halb zu Tode erschreckt! Der Typ war nämlich genauso groß und stattlich wie ich. Dann war er weg und ein paar Meter später wieder da, überaus unheimlich.


    Die Chefin hat gelacht und ist stehen geblieben und meinte, ich solle doch mal schnüffeln, das sei doch mein eigenes Spiegelbild. Stimmt, das hätte ich merken können – noch so einen Kerl wie mich kann es ja eigentlich nicht zweimal geben.

    Danach war ich völlig relaxed und gerade als ich anfing nach besagten Hundemädels Ausschau zu halten, kamen wir an einem w i r k l i c h merkwürdigen Hund vorbei.


    Nachdem die Sache mit dem Typen im Spiegel ja glimpflich abgegangen war, habe ich mich mutig vor die Chefin gestellt und bin dem komischerweise nach nichts riechendem Vierbeiner tapfer entgegen getreten. Und frei nach Morgenstern „da gab ich ihm einen Stipps – da war er aus Gips“ - ne, aus Bronze.




    Eine Lachnummer, ein Glück, dass ich die Nerven bewahrt hatte. Gleich danach kamen wir zu einem weiteren Bronze-Viech. Die Chefin, die merkte, dass ich zunehmend selbstbewußter wurde, platzierte mich daneben und wollte ein Foto machen.


    Ich setze mich also gerade in Positur, da fängt es hinter uns an zu lachen. Geht`s noch? Ich bin doch keine Witzfigur! Eine alte Dame mit Gehhilfe steht da und lacht und lacht – die möchte ich sehen, wenn sie das erste Mal neben einer überlebensgroßen Bronze-Dame steht, da geht ihr bestimmt auch die Muffe!

    Die Chefin hat irgendwas gemurmelt: „Der Kleine sucht noch nach Vorbildern“, und dann sind wir schnell von dannen gezogen.
    Ab da war alles easy, fesche Mädels waren zwar Mangelware – es gab nur ein paar kläffende Zicken mit und ohne Mäntelchen, aber an Leckerchen war kein Mangel, auf die Chefin ist eben Verlass, und ich machte „Sitz“ und „Platz“, was besser aufs Bild passte,






    Zum Schluss sind wir zur Entspannung noch an einem See längs gelaufen. Da es zum Baden doch zu kalt war, durfte ich ein paar Leckerchen suchen und ein bißchen das noch nicht ganz so beliebte „Steh“ üben.


    Viele Grüße, von Eurem Städtereisenden Carlito