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    02.11.2011, 23:23 Uhr

    Yin und Yang


    Leute, ich bin 5 Monate alt, 22 Kilo schwer und dabei, aus meinem dritten Halsband rauszuwachsen. Und – bekomme ich eine Party? Mit wenigen Leuten und sehr viel zu Essen? Doppelte Portionen die ganze Woche?


    Nada, nix, niente, stattdessen philosophiert die Chefin über Yin und Yang.

    Ich bin Yin und Jack ist Yang, oder umgekehrt. Ich bin der weiße Teil mit einer dicken schwarzen Nase und Jack ist mein schwarzes Gegenstück mit hellen Augenflecken.

    Auf die Idee mit Yin und Yang ist die Chefin gekommen, als wir mal wieder eng umschlungen im Korb gelegen haben und sie nur noch an der Farbe erkennen konnte, wo der eine Hund anfängt und der andere aufhört.


    Irgendwie hat sie recht, Jack und ich sind wirklich totale Gegenpole: er ist schnell, beinahe hektisch und immer mit dem Kopf durch die Wand, ich bin ruhig, genauer gesagt cool, und erreiche meine Ziele mit Beharrlichkeit.


    Wenn Jack meinen geliebten Hubbakong geklaut hat, schlendere ich langsam näher und näher und betrachte alles mögliche – den Boden, den Hubbakong, die Wand, den Hubbakong, den Tisch, den Hubbakong. Die Chefin sagt, wenn ich ein Mensch wäre, würde ich die Hände in die Taschen stecken und pfeifend heranschlendern.
    Jack würde mich ja anknurren, aber da ich jeden Blickkontakt vermeide, auch nicht schleime und wirklich nur da stehe und vor mich hinschaue fehlt ihm die Handhabe, der Auslöser. Naja, und dann, wenn er kurz unaufmerksam ist, völlig eingelullert durch meine smarte, entspannte Herumsteherei, nehme ich in Allerseelenruhe den Hubbakong und gehe. Golden for president!!

    Ich stolziere dann natürlich angeberisch durch die Küche und gebe mächtig an! Dies klappt solange bis ich erschöpft den Hubbakong für eine Sekunde ablegen muss. Dann schießt sofort der Haifisch Jack heran, schnappt sich Hubba und das Spiel geht wieder von vorne los – wunderbar!


    Jack und ich sind wirklich supergute Freunde geworden, er meint zwar, ich drängele mich bei der Chefin zu sehr vor, aber das sieht er falsch, ich bin eben der Kleine – und Kleine dürfen immer ganz vorne stehen.


    Bosse ist weiterhin mein großes Idol – bei ihm erlaube ich mir am wenigsten Frechheiten, der alte Herr ist nämlich noch ganz schön auf Zack und wenn ich mit ihm spiele, lande ich irgendwie immer auf dem Boden (den Trick muss ich unbedingt noch lernen). An der Leine laufe ich am liebsten neben ihm, da fühlt man sich entspannt und sicher, während die Knalltüte Jack immer hin und herflitzen will und dann ermahnt werden muss.

    Die Chefin ist gespannt, wie sich Jack und ich weiter entwickeln werden, ob wir irgendwann nochmal richtig streiten, da ich es ja mit dem Unterwürfigsein nicht so habe und Jack alles nur nicht wahrhaft souverän ist.
    Keine Ahnung, im Moment sind wir ganz dicke miteinander und da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, schaue ich gelassen in die Zukunft,
    Machts gut, Euer Yin-Carlos