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    03.10.2011, 12:05 Uhr

    Beim Griechen


    Ich bin gesellschaftsfähig! Meine adeligen Ahnen haben es mir in die Wiege gelegt, dass ich mich auch in den feinsten Kreisen ohne Tadel bewege, immer weltgewandt, immer mit dem besten Benehmen.

    Die gesamte Familie hatte sich feingemacht, um endlich mal wieder gemeinsam ins Restaurant zu gehen – zum Griechen, weil man da so gut – und viel – essen kann.



    Super, und als wir auf dem Parkplatz ausstiegen, haben alle festgestellt, dass keiner eine Leine für mich eingepackt hatte. Ich bekam dann so eine grüne Schnur umgebunden und sah aus wie der letzte Straßenhund. Diese Familie ist sowas von peinlich, wie soll ich mir denn einen Ruf als „Von und Zu“ erarbeiten, wenn die nicht mal für eine entsprechende Garderobe sorgen.

    Der Ober meinte dann auch nur: „Ja, für so eine halbe Portion haben wir immer Platz, hier kommen noch ganz andere Hunde hin.“ Meine Güte, ich kann mich nie wieder in der Öffentlichkeit zeigen.

    Während meine Menschen sich mit „Frutta di Mare“ vergnügten, hatte die Chefin mir ein Stück Rinder-Kopfhaut mitgebracht – sehr lecker.




    Als ich so richtig im Kauen war, beschwerte sich die Tochter von der Chefin, dass es so abartig unter dem Tisch hervorstinken würde – was wollen die eigentlich, ich sage ihnen ja auch nicht, wie ihr Essen riecht.


    Ich habe dann erstmal ein Nickerchen gemacht, und träumte von „Haute Cuisine“, einem Ober, der mir „Büffelhautknochen du chef de la maison“ kredenzte und einer Familie, die weiß, wie man einen Retriever richtig kleidet.

    Zum Schluss gab es wenigstens noch ein paar frittierte Kartoffelscheiben und die Chefin meinte, ich wäre der pflegeleichteste Retriever auf der ganzen Welt, weil ich so ruhig und brav war.


    Na gut, vielleicht nehme ich meine Leute das nächste Mal doch noch einmal mit ins Restaurant – vielleicht lernen sie ja noch was von mir,

    Bonne nuit, mes amis de la haute cuisine, Carlito, le Gourmet