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    13.10.2017, 21:37 Uhr

    Tante Lotta schafft sie alle!


    Am letzten Wochenende hat uns Tante Lotta besucht – sie hatte beim letzten Mal soviel Spaß, dass sie sich gleich noch einmal bei uns eingemietet hat.
    War Lotta beim letzten Mal noch etwas verstrahlt und hatte sich in leicht absurden Aktivitäten wie Schafe jagen und am Knick durchstarten versucht, war sie diesmal ganz klar in ihrem Begehren – sie wollte spielen!

      
    Schon auf dem ersten Spaziergang hüpfte sie so lange vor Jack auf und ab, bis der sich anstecken ließ und eine große Runde mit ihr über das frisch angesäte Feld raste (was der Bauer glücklicherweise nicht mitbekommen hat).

    Danach war Lotta erschöpft, glücklich – und humpelte. „Verdammt“, dachte die Chefin, „ du hast den Hund kaum eine Stunde, da ist er schon kaputt!“ Doch so schlimm war es nicht, nach fünf Minuten hatte Tante Lotta das Humpeln vergessen und trabte fröhlich im Rudel mit.

    Zuhause machte sie ein Schläfchen, darauf achtet sie als ältere Dame, um dann die nächste Spielrunde einzuläuten.




    Es ist Lotta auch völlig egal, ob der von ihr auserkorene Spielpartner in dem Moment Lust hat zu spielen oder auch nicht. Sie hüpft, hampelt oder kläfft so lange, bis irgendeiner Erbarmen zeigt und sich vom Briard durchkauen lässt.

      

      
    Selbst Jack ist fällig, obwohl er dieser Tage Apfelsaison hat und eigentlich keine Zeit zum Spielen hat. Erst müssen alle vom Baum gefallenen Äpfel geprüft und angeknabbert werden, um dann den schönsten auszuwählen, diesen zur Chefin zu tragen und auf ein Such- oder Apportierspiel zu hoffen.

    Diese wichtigen Pflichten interessierten Tante Lotta überhaupt nicht und so wurde auch Jack fachgerecht zerlegt. Ich bin immer wieder überrascht, was sich der große Schwarze von Lotta gefallen lässt, für mich hat er sich noch nie so auf den Rücken gelegt!

      
    Natürlich bekam auch ich mein Fett weg. Gut, ich freue mich natürlich, dass Lotta mich nach fünf Jahren sturem Abschnappen doch noch in ihren Freundeskreis aufgenommen hat, aber manchmal wünschte ich mir, dass Madame nicht gar so grob wäre.

      





      
    Mein einziger Vorteil liegt darin, dass ich mittlerweile doch etwas schneller bin – und das finde ich überaus erfreulich! Ich will auch mal der schnellste Hund sein! Dafür nehme ich auch gerne ein paar ausgerupfte Haare in Kauf.

    Lotta passt echt gut in unser Rudel – selbst Ginny grummelt nur selten, wenn Lotta ihr zu nahe kommt.

      
    Am Sonntag war endlich mal schönes Wetter, und damit es unserem Gast nicht langweilig wurde, dachte sich die Chefin ein ganz besonderes Spektakel aus – das nach dem Dauerregen der letzten Tage frisch aufgefüllte Wiesenerlebnisbad!

      
    Ich habe mich wie immer kopfüber ins Wasser gestürzt, habe getaucht und rumgerüsselt, während die anderen noch überlegten, ob sie es bei einem zarten Benetzen der Pfoten belassen sollten.

      
    Doch dann nahm die Sache Fahrt auf und alle vergaßen Alter und Würde und rasten übermütig durch das Wasser.

      




    Tante Lotta wuchs über sich selbst hinaus, jagte Jack, jagte mich, jagte alle – und ihre Augen leuchteten und ihre Sprünge waren panthergleich!

      

      

      
    Die Chefin hatte auch einen Riesenspaß. Sie war sich zwar ein paar mal nicht sicher, ob sie von ihrem wild gewordenen Rudel über den Haufen gerannt werden würde, aber bis auf Tropfen und Spritzer blieb sie unversehrt.





      
    Für den Rest des Sonntags war von Lotta nichts mehr zu hören und zu sehen. Mit übereinander geschlagenen Pfoten lag sie in Gingers Korb und träumte von Renn- und Tobespielen.

    Jetzt ist Tante Lotta wieder abgereist und dir nächsten Tage war es fast langweilig, so ganz ohne Gebell, ohne Kneifen und ohne wildes Rennen. Aber bestimmt kommt sie bald wieder zu Besuch, und bis dahin trainieren Ginger und ich, damit wir das nächste Mal noch schneller davon rennen können, und vielleicht schafft es ja einer von uns, dass Tante Lotta auch mal auf dem Rücken liegt.

    Ich vermisse die alte Dame, Euer Carlito