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    05.08.2017, 20:39 Uhr

    Und dann schlägt das Schicksal zu - Giovanni


    Letzte Woche war ein ganz normaler Tag. Die Chefin ist mit uns spazieren gegangen und hat uns anschließend gefüttert. Auch Giovanni hat sein Sheba-Schälchen bekommen und hat ein bißchen genascht. Seit der Beißattacke vor 3 Jahren war er ziemlich krüsch geworden, aber er hatte nicht abgenommen und so hat die Chefin sich keine Sorgen gemacht.

      
    Nach dem Füttern hat die Chefin sich ins Büro verzogen, um ihre Telefonate und Emails zu erledigen. Natürlich haben wir sie begleitet und ich habe wie immer unter dem Schreibtisch geschlummert. Giovanni saß wie so oft auf dem Schreibtisch neben der Computer-Tastatur und kaute der Chefin an den Haaren. Lachend hat sie ihn ein bißchen gestreichelt und dann beiseite geschoben, um die Arbeit fertig zu machen.

      
    Den Tag vorher hatte die Chefin den Kater noch ausführlich gebürstet. Unser Schmuddel-Giovanni war nicht so von der Putz-Fraktion und fand, dass Fellpflege völlig überbewertet wird. Es gab wohl keinen Kater, die so oft schwarze Ölflecken über Tage hinweg im Fell hatte, weil er mal wieder unter dem Auto gesessen hatte.
    Aber das Bürsten fand er prima und so sah er in den letzten Jahren nicht mehr so schmuddelig aus, wie in seiner Jugendphase.




    Mittags hat die Chefin den Kater dann raus gelassen und ist einkaufen gegangen. Nach zwei Stunden war sie wieder da, hat noch einen Kaffee getrunken und wollte dann mit uns auf den Hundeplatz gehen um ein bißchen zu trainieren.




    Und da hörte sie den Giovanni schreien. Ganz laut und dringend hat er nach ihr gerufen. Mitten in den Erdbeeren hat sie ihn gefunden und sofort gemerkt, dass ihr Katerchen überhaupt nicht in Ordnung war. Die Hinterhand war gelähmt und er hatte große Schmerzen. Mit schlimmsten Befürchtungen sind die Chefs in größter Eile zum Tierarzt gefahren.

    Seit der Giovanni durch die schlimmen Bissverletzungen beinahe gestorben wäre, war er noch zutraulicher geworden. Er hat sich ja sowieso immer eher für einen Hund gehalten, auch wenn er zu unseren alten Damen Klette und Krümel ein gutes Verhältnis hatte.

      
    So hat er es auf die Hundeschulen-Homepage geschafft, hat bei allerlei Einzelstunden geholfen und sich ab und an sogar auf den Hundeplatz sehen lassen.

      
    Eine Zeit lang hat die Chefin sogar versucht mit ihm zu clickern, aber es doch bald wieder aufgegeben. Der Kater mochte zwar gerne Wurst und hat auch den einen oder anderen Trick dafür gezeigt, aber wenn er keine Lust mehr hatte, hat er mit einer Kralle oder einem neckischen Biss das Training beendet.

      
    Der Tierarzt hat dann die Befürchtungen bestätigt: Giovanni hatte einen Herzinfarkt: das Blutgerinnsel, das sich dabei gebildet hatte, verstopfte die Gefäße für die Hinterbeine und dies verursachte die heftigen Schmerzen.
    Soviel wie die Menschen wissen und können, kennen sie doch nicht für alle Krankheiten eine Heilung und so haben die Chefs den Kater gehen lassen. Sie waren wie unter Schock, als sie nach Hause kamen. Morgens war der Kater völlig in Ordnung und nachmittags war er tot, sie fühlten sich wie in einem Albtraum.

    Wir Hunde haben alle nochmal Abschied genommen, Jack und Ginger eher flüchtig, Ginny und ich dafür ganz ausführlich.

    Für Ginny war Giovanni der Jugendfreund, mit dem sie stundenlang gemeinsam auf irgendwelchen Betten herum fläzte, den sie immer wieder anrammelte, und der ihr spielerisch an den Flurecken auflauerte.

      
    Die beiden liebten und kabbelten sich wie ein altes Ehepaar – in ständigem Wettkampf um den besten Platz auf dem Schoß der Chefin und in ewiger Fehde um den Platz unter bzw. auf der Bettdecke. 12 gemeinsam Jahre verbinden!




    Der Kater fehlt in unserem Alltag. Immer saß er an der Terassentür um hinein oder heraus gelassen zu werden, im Winter saß er vor seinem Gott der Heizung, um sich aufzuwärmen und im Zweifelsfall brauchte er den größten Platz auf dem Sofa oder im Hundekorb.

      
    Selbst mit Jack hat er sich das Körbchen geteilt und sich nach jedem Essen das Gesicht von mir ablecken lassen – unser Giovanni war ein wahres Rudelmitglied!

    Kleiner Kater, die Vögel im Garten werden aufatmen,
    aber uns fehlst du sehr,
    leb wohl, dein Carlito