Nachdem die zuckersüße Ginger läufig geworden war und meine Verliebtheit von Tag zu Tag stieg, hat sich die Chefin alle Mühe gegeben mich abzulenken. Um mir etwas Kultur zu vermitteln, hat sie mich auf verschiedene Ausflüge geschleppt und da meine Angebetete mich sowieso nicht erhörte, bin ich auch gerne mitgefahren.

So fuhren wir an einem der ersten wirklich heißen Vorsommertage nach Stocksee zu „Parc and Gardens“, dem großen Blumenfestival. Da Hunde sich im Allgemeinen ja nicht besonders für Blumen in tausenden von Farben und Düften interessieren, haben wir zuvor einen ausführlichen Stopp am Plöner See gemacht, um ausführlich im Wasser zu planschen. Entsprechend gewässert und abgekühlt, waren Thorin und ich für alles gewappnet und ließen unsere Chefinnen in Blumen-Arangements schwelgen.

Ich muss zugeben, die Stimmung war Klasse. Alle waren friedlich und beschwingt, auch die vielen Hunde, die wie wir gottergeben hinter ihren Leuten herlatschten, waren ausgemacht relaxed. Natürlich mussten wir uns super benehmen, hund darf in so feiner Landscape-Atmosphäre um Himmels Willen nicht an die Rosen pinkeln, und an jedem Stand hieß es „Platz, wartet mal kurz, wir müssen alles angucken.“


Nach den ganzen Verkaufsständen kam der etwas spannendere Teil: die „Small Gardens“. Wir schauten alle an, badeten einmal kurz am Rand eines Zierteiches und testeten alle Sitzecken. Die Chefinnen waren voll inspiriert und ich hoffe sehr, dass die Chefin uns zuhause endlich auch einen Badeteich, meinetwegen mit Sitzecke, baut.



Es wurde zunehmend heißer und ich dachte schon, ich bekäme Halluzinationen, als plötzlich mitten auf der Wiese ein ausgewachsenes Schaf stand. Unauffällig habe ich Thorin-Schafpudel den Vortritt gelassen um der Sache auf den Grund zu gehen, er ist schließlich für den Umgang mit griesgrämigen Schafen gezüchtet. Doch, was soll ich sagen – das Schaf war aus Pappe und ich habe natürlich so getan, als hätte ich das von Anfang an gewusst.


Danach war die Luft aber auch raus, Thorin hatte in seinem Wuschelpelz völlig die Schnauze voll und mir wurde es auch deutlich zu heiß. Die Chefs hatten Verständnis, ein letztes Foto noch vor den Rosen und schnell ein paar neue kleine Bäumchen gekauft (das fand ich echt gut, Bäume darf die Chefin immer kaufen!) und dann ging es ab nach Hause.

Auf dem Rückweg durften wir wieder baden und im Wasser kehrten die Lebensgeister schnell zurück.


Thorin hat bisher nicht viel Erfahrung mit Apportieren machen dürfen, weil sein großer Freund Merlin ihm verboten hat, Spielzeuge zu tragen (Spielzeuge und Dummies gehören alle Merlin, sagt Merlin). Ich bin da etwas großmütiger, solange ich selbst ein Spielzeug habe, kann Thorin so viele Teile herum tragen, wie er lustig ist.
Und siehe da, Freund Thorin wurde immer mutiger!



Musste ich am Anfang noch etwas Hilfestellung leisten und die Teile aus dem Wasser fischen, die zu weit rausgeworfen oder von den menschlichen Grobmotorikern in den Büschen versenkt worden waren, gewann Thorin immer mehr an Selbstvertrauen und auf einmal schwamm er sogar!

Man kann sagen, Thorin hatte anschließend ein ganz anderes Auftreten, er war mindestens eine Handbreite gewachsen, die Ohren waren gespitzt und die Muskeln gespannt – ich würde mal sagen, er hat ein neues Hobby entdeckt!
Es ist doch immer wieder schön, wenn ein weiterer Hund die Faszination und die Leidenschaft für das nasse Element entdeckt,
in diesem Sinne grüßt euch, euer Wasser-Missionar Carlito
