Neulich haben wir unser Murkelmännchen einmal zuhause gelassen, um mal wieder einen Große-Hunde-Spass-Ausflug zu machen – und das wäre für den kleinen Mann einfach zu anstrengend geworden. Wir sind zu unseren Freunden Lea und Hajo gefahren, um auf der großen Schafswiese zu toben, rennen und natürlich zu baden.

Durch die blühenden Rapsfelder wanderten wir zur Schwentine und waren schon voller Erwartung uns im nächsten Moment ins herrliche Nass zu stürzen, als die Chefin – wie immer im völlig falschen Moment – zur Kamera griff und meinte: „Jetzt machen wir eine Foto-Session im Raps!“ Kann sie damit nicht warten, bis wir ausgetobt, nass und schlammig sind - das sind doch viel bessere Fotos!

Erbarmungslos wurden wir in den Raps geschubst, Mensch, da hätten doch Wildschweine drin hocken können! Doch nix, keine Wildschweine, kein Hase, der die Menschen aus dem Foto-Wahn gerissen hätte – wir mussten brav sein und in die Kamera lächeln.




Ginny wäre beinahe verloren gegangen, weil der Raps dieser Tage so hoch ist, dass man einen Terrier da gerne mal verliert. Ihr müsst sie euch halt mitten unter uns vorstellen, nur eine Etage tiefer unter den Blüten!


Kurz bevor ich endgültig die Geduld verloren hätte, kam das erlösende „Viel Spass“ und das ließen wir uns nicht zweimal sagen: Lea und ich verschwanden gleich im Wasser, während die anderen durch die Wiese rasten. Ginger ist ja kurz vor der Läufigkeit ein ziemliches Mamasuckele und weicht der Chefin nicht von der Seite, aber Jack und Hajo genossen es einfach durch das hohe Gras zu rennen – eigentlich brauchen wir Hunde nicht viel zum Glücklich sein.




Danach gingen wir alle unseren persönlichen Geschäften nach: Hajo buddelte nach Mäusen, Jack suchte sich einen Holzkloben, in der Hoffnung, dass irgendjemand ihm das Teil ins Wasser schmeißen würde und ich wälzte mich den Hang rauf und runter.

In der Zwischenzeit hatten die Mädels zusammen mit den Chefs ein merkwürdiges Dingsda am Ufer entdeckt und, wie kann es anders sein, gleich mal ein paar Fotos geschossen.


Als ich dann, gerade eine weitere Terminatorrunde durchs Wasser zurücklegend, vorbei gerast kam, musste ich das Dingsda natürlich ganz genau unter die Lupe nehmen.

Und ich sage euch – das Teil war gefährlich!


Als ich gerade ganz vorsichtig drauf steigen wollte, Ginger, Lea und Ginny hatten ja schließlich auch schon drauf gesessen, b e w e g t e sich das Dingsda und wollte mich angreifen. Habe natürlich gleich einen Riesensatz rückwärts gemacht um mich in Sicherheit zu bringen. Und was macht die Chefin? Statt mich zu retten oder wenigstens zu bedauern, lacht sie sich kaputt, manchmal ist sie so fies!

Ich habe mich dann ganz tapfer wieder angeschlichen. Wenn die Chefin so versagt, bin ich es dem Rudel schuldig, zu checken, ob das Teil uns womöglich gleich frisst oder anfällt. Also, es roch tot, aber als Ginger dazu kam, habe ich es vorsichtshalber kräftig ausgebellt. Das Dingsda hat es dann wohl mit der Angst bekommen, auf jeden Fall ist es auf dem Fluss davon geschwommen. Ich bin schon sehr tapfer!

Danach wurde es wieder sehr lustig, denn Ginger vergass endlich ihre Vorläufigkeitslahmarschigkeit und tobte mit mir durchs Wasser, wie es sich für einen Retriever gehört.

Wir waren so laut und wild, dass sogar das ortsansässige Gänsepaar von dannen flog. Die haben wahrscheinlich sowas wie „Immer diese Touristen!“ gedacht.
Wir haben natürlich vorbildlich vorgestanden, Geflügel ist in Ruhe zu lassen, da ist die Chefin pingelig.


Nun ist die Rapsblüte schon wieder vorüber, aber das Badewetter hält sich glücklicherweise stabil, so dass wir fast jeden Tag baden können.
Ginger und Murkel bleiben allerdings zuhause – Ginger ist endlich läufig und verschläft weitestgehend die Tage und Murkel findet Wasser weiterhin völlig gruselig.
Macht nichts, dann bleibt mehr für mich, findet Euer Carlito
