Unser Murkel ist wirklich kein Wasserheld – und damit völlig aus der Retriever-Art geschlagen. Nachdem er bei seinem ersten Badeversuch im Selenter-See gleich koppheister gegangen war, hatte er danach Wasserkontakt gemieden und selbst um Pfützen einen sehr großen Bogen gemacht.

Aber neulich sollte diese Fehlentwicklung durchbrochen werden und so fuhren die Chefs mit uns an den Strand, in der Hoffnung, dass Murkel seine Begeisterung für das nasse Element entdecken würde.
Das Wetter war strahlend schön, das Wasser ruhig und der Strand leer – ein paradiesischer Moment für jeden Retriever! Alles ließ sich gut an: Murkel schnüffelte sich am Spülsaum entlang und ließ sich auch von nassen Pfoten nicht beeindrucken.
War seine Wasserangst doch völlig überschätzt worden?


Fröhlich daddelten wir über den Strand und Murkel wurde immer lustiger. Als Strand-Spezialist nahm ich mein Söhnchen unter die Fittiche und zeigte ihm die spannendsten Seetanghaufen. Begeistert flitzte Murkelchen hinter mir her und zeigte keinerlei Scheu, im Gegenteil, er fand unseren Ausflug großartig.



Wir suchten uns eine gemütliche Sandbank und ich zeigte dem Kleinen, wie man so richtig hochherrschaftlich im Wasser posiert.

Als Murkel sich wenig beeindruckt zeigte, gab ich meine Erziehungsversuche auf und begann mit Jack und Ginger durchs Wasser zu rennen, so wie wir es immer machen – laut, wild mit viel Gespritze!

Und siehe, Murkel war so hingerissen, dass er einfach mittobte und plötzlich mit voller Geschwindigkeit ins seichte Wasser raste!

Nur kam er nicht wieder raus!


Erst haben wir es gar nicht bemerkt, aber als das Wasser seinen Bauch berührte, blieb der Kleine wie vom Blitz getroffen stehen und ließ sich weder durch Rufen noch durch Locken und Jodeln aus seiner Erstarrung reißen.
Nichts ging mehr! Murkel stellte sich tot, was sich im Meer allerdings als ganz schlechte Strategie heraus stellte.
Da half alles nichts, die Chefin musste Stiefel und Strümpfe ausziehen , die Hosenbeine hoch krempeln und durch die eiskalten Fluten zu unserem kleinen Schiffbrüchigen waten.

Mit Hilfe von Leckerchen und der moralischen Unterstützung von Ginger, sowie einer hilfreichen Hand am Halsband wurde Murkel ans Ufer bugsiert.



Die Chefin achtete aber darauf, dass Murkel die letzten Schritte durchs Wasser selbständig ging, damit er merkte, dass es doch nicht so gefährlich war, wie es ausgesehen hatte.
Außerdem bekam der kleine Bangbüchs den Ball von Jack ausgeliehen, denn mit einem Schnuller im Maul fühlt Murkelchen sich immer gleich viel sicherer!

Jack, Ginger und ich nahmen unser wildes Spiel dann wieder auf und Murkel konnte am Ufer mitspielen, was das kleine Hasenherz wieder beruhigte und ermutigte.



Ob unser kleiner Mann je schwimmen wird? Wir wissen es nicht, aber bisher hat Murkel noch alles gelernt, was ein Retriever können muss. Wir werden es mit Geduld immer wieder versuchen und die Chefin hat eine tolle Schwimmweste geschenkt bekommen, die Murkelchen sicherlich helfen wird, seine Angst vor dem Wasser zu überwinden


Wir sind natürlich besorgt, aber der Sommer liegt ja erst vor uns und die Chefs haben immer viele gute Ideen, so daß wir hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
Es grüßt euch, Euer besorgter Seehund und Vater, Carlito
