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    01.03.2016, 14:21 Uhr

    Wildes Land


    Auch wenn die Menschen es zumeist nicht mitbekommen, leben in unserer direkten Nachbarschaft viele wilde Tiere. Die Menschen haben den Blick für die Anzeichen verloren, sie sehen weder die Wildwechsel, noch die Losung, sie hören nicht die Warnrufe von Eichelhäher und Amsel, geschweige, dass sie sich Gedanken machen, warum die Tiere sich melden.

      
    Erst wenn der Fuchs sich am Geflügel vergreift, so wie im vergangenen Jahr als er nicht nur die Enten dezimierte, sondern eine der geliebten Gänse meuchelte, oder nur eine Vollbremsung verhindert, dass der Daimler das Reh über den Haufen fährt, wird die Gegenwart offenbar.
    Wir Hunde wissen natürlich genauestens Bescheid, was im Revier abgeht. Ich habe diesbezüglich sehr viel von unserem Jack gelernt, der nicht nur jede Krähe auf dem Feld im Augenblick erkennt, sondern auch jeden Wildwechsel genauestens untersucht und jedem Vogelruf auf den Gurnd geht.

    Die Chefin hat sich im Lauf der Jahre auch so einiges abgeschaut und hin und wieder macht es ihr Spass, die gewohnten Wege zu verlassen und mit uns zusammen in die Welt der Tiere einzutauchen.
    Offenen Sinnes waren wir mit unseren Freunden Merlin, Thorin und Kira auch an einem der ersten Sonnentage dieses Jahres unterwegs, der Boden noch gefroren (damit die Bauern sich nicht ärgern, wenn mensch und hund über die Felder wandern) und in der Luft eine erste Verheißung von Frühling.




    Schon nach kürzester Zeit trafen wir auf allerlei Hasen, die sich allerdings nicht fotografieren lassen wollten, und ein größeres Dammwildrudel, dass mit großen Augen herüber äugte, bevor es sich in gepflegtem Trab entfernte.
    Für Jack und mich war das schon eine Herausforderung, am liebsten hätten wir mal so richtig Vollgas gegeben. Aber da lässt die Chefin nicht mit sich spassen. Anschauen ist erlaubt, aber weder ein wildes Gehampel an der Leine noch ein lautes Unmutgetöse wird in solchen Moment geduldet.
    Ginger spürte das Aufregung in der Luft lag und hopste wie ein aufgedrehter Märzhase umher, bis die Chefin sie genervt auch an die Leine nahm. Ginger würde nie jagen gehen, aber Chaos verbreiten schafft sie auch ganz gut!
    Murkel bekam überhaupt keine Peilung, um was es ging und Ginny behielt, wie auf jedem Spaziergang nur die Chefin und die Futtertasche im Auge. Als Jagdhelfer wären die beiden so gar nicht geeignet!

      
    Im Weiterwandern kam noch ein Rehbock des Weges geflitzt und aus der Distanz sahen wir eine Gruppe Singschwäne, die sich vor ihrem Abflug nach Norden noch einmal so richtig satt essen wollten.

      
    Geflügel lässt uns alle völlig kalt, aber die Schwäne zogen es dennoch vor, nicht mit uns gemeinsam aufs Foto zu kommen.

      





      
    Noch einmal kamen wir an die schönen Überflutungsflächen, an denen wir vor ein paar Wochen schon einmal waren. Ganz leicht lag eine Eisschicht auf dem Wasser, an Baden war nicht zu denken.
    Aber Posen für`s Foto geht ja immer!





      
    Manchmal treffen wir unsere wilden Nachbarn auf unserem Land – wenn der Adler kurz nach unten zieht, um die Größe der neugeborenen Lämmer zu kontrollieren. das Mauswiesel sich in der alten Steinmauer einnistet oder der Fasan sich ein zweites Frühstück im Hühnerhagen einverleibt.
    Und manchmal besuchen wir sie auf ihrem Land – respektvoll und auf Distanz, aber in gegenseitigem Interesse, offen für Neues.

    Das Leben ist wild, ganz in unserer Nähe,
    es grüßt euch, Euer Carlito