Neulich herrschte für ein paar Tage fast Winter – also kein Schnee oder so, der scheint hier nicht mehr zum Winter zu gehören, aber es war wunderbar frostig und alles war für ein paar Stunden richtig weiß.

Der Retriever läuft im Frost erst zur Hochform auf und die Chefin, die ja eher von der Frostbeulenfraktion ist, wanderte mit uns über die Schafkoppel, damit wir das Eis ausgiebig genießen konnten.



Auch die Schafe wanderten ganz entzückt über die gefrorene Wiese und selbst die Gänse, die mit dem Dauerregen der letzten Wochen kein Problem hatten, ließen sich von der Feiertagsstimmung anstecken.
Normalerweise ist der Binsenteil der Koppel in den letzten Wochen mehr oder minder geflutet gewesen, aber jetzt war alles wie mit Zucker überpudert und knisterte bei jedem Schritt.



„Ach, Carlchen, mein Eisprinz, was biste scheen“, murmelte die Chefin, während sie Fotos machte. Hey, ich bin immer schön, das weiß im Schlammzustand nur nicht jeder zu schätzen!
Es machte soviel Spass durch die knackenden, frost starrenden Binsen zu rennen, wir waren völlig high!


Nur Murkel war mal wieder verschwunden. Zur Zeit hat das Kerlchen die „Diffundierphase“ aller Junghunde: Gerade ist er noch da und man vermutet nichst Böses und im nächsten Moment ist er komplett von der Bildfläche verschwunden.

Diesmal hatte er sich wohl vor den Schafen erschreckt, und sich erstmal in Sicherheit gebracht. Die Schafe haben mal nach ihm gestoßen, als er zu dreist versucht hatte, ihr Knäckebrot zu klauen. Aber nach kurzer Zeit war auch Murkel vom Binsenfieber ergriffen und flitzte und hoppelte durchs Dickicht.

Wie im letzten Jahr bin ich zur Zeit wieder sehr in meine Ginger verliebt und kann kaum von ihr lassen. Am liebsten würde ich ihr den ganzen Tag die Ohren putzen, sie zärtlich oder auch weniger zärtlich lieben und wenn das schon nicht geht, wenigstens stundenlang mit ihr kämpfen und kabbeln.


Dass das Murkelchen immer mittenmang ist, stört mich nicht, der darf gerne mitspielen. Idealerweise beschäftigt er seine Mutter vorne und ich komme dann hinten zum Zug, aber wenn ich es zu doll treibe, bekomme ich Mecker von der Chefin.

Was soll`s, Mecker vergeht, und ich bin dieser Tage so gut drauf, dass mich das kaum aus der Ruhe bringt.

Tja, nach ein paar Stunden war der Eiszauber verflogen, jetzt leben wir wieder mit mehr oder weniger Matsch, die Binsen stehen unter Wasser und wir hoffen, dass zumindest bald wieder Badewetter ist.
Es grüßt euch, Euer Eisprinz Carlito
