Seit den Weihnachtsferien hat die Chefin den Murkel systematisch trainiert, damit er uns endlich beim Spazierengehen begleiten kann. Am Anfang stand er der neuen Disziplin eher ablehnend gegenüber, aber mittlerweile ist er ganz schön flott davor.

Klar, wenn man nicht besonders gut und nicht besonders weit sehen kann, reagiert man auf neue Umwelteindrücke vorsichtig. Größere Treckar erschrecken den Murkel bis heute so sehr, dass er am liebsten sein Heil in der Flucht suchen würde.
Am Anfang haben die Chefs es langsam angehen lassen, nur kleinere Runden gedreht und möglichst immer die gleichen Strecken gewählt. Für uns große Hunde war das echt langweilig, aber wir waren tapfer und haben uns nicht beschwert.
Aber nach Silvester war es endlich so weit, der Chef ist mit uns zum Hünengrab gewandert und der Murkel durfte seinen ersten Berg besteigen.

Also eigentlich sollte der Murkel unten warten, aber eher der Chef und die liebe Katrin, die netterweise die Fotos geschossen hat, sich versahen, war Murkelchen schon eisern hinter Ginger und mir her gekrabselt. An einem Hangabbruch hing er dann prompt fest und der Chef musste schnell kommen, damit unser mutiger Alpinist nicht gleich beim ersten Gipfel seiner Karriere in Bergnot geriet.

Was war der Murkel stolz, dass er mit uns Großen von oben auf die Welt herabsehen konnte!

Hinunter hat ihn der Chef aber lieber auf den Arm genommen, es war ganz schön rutschig und Murkelchen sollte ja nicht koppheister gehen!. Dafür hat der Chef sich dann samt Murkel beinahe auf den Hosenboden gesetzt – aber Hauptsache dem Kleinen ist nichts passiert!
Nach diesen ersten Ausflügen fiel der Murkel in totenähnlichen Schlaf – es gab ja so viele Eindrücke zu verarbeiten.


An einem schönen Wintermorgen sind wir dann nach längerer Zeit endlich mal wieder nach Pratjau gefahren, hund kann da aus Herzenslust rennen (wenn nicht gerade Dammhirschrudel am Wegesrand lagern).

Entsprechend waren wir recht flott unterwegs, bis wir auf einmal merkten, dass uns der verflixte Murkel abhanden gekommen war. Anstatt als kleinstes Rudelmitglied bescheiden den Anschluss zur Gruppe zu halten, hatte er sich mit einem Stöckchen vom Acker gemacht und war schon wieder auf halbem Weg zum Auto.

Für jemand, der so ungern Auto fährt, war das eine völlig unsinnige Idee, aber erzählt Murkel nicht, was Murkel denken soll – der tut eh nur, was er will!


Die Chefin ist dann mit Ginger und mir hinter ihm her gegangen. Dann hat sie ihn ganz lieb gerufen – und siehe, der verrückte Vogel kam angeflitzt, als hätte er vorher nicht frohes Haschen gespielt.
Anschließend hat die Chefin erstmal ein paar Fotos gemacht, damit das Kerlchen sich ausruhen konnte.


Keine gute Idee, denn anschließend hatte Murkel wieder genug Kraft um sofort wieder auf Abwege zu geraten.
Keiner weiß wie, war er auf einmal nicht mehr auf dem Weg, sondern auf dem Acker und bei dem Versuch wieder zu uns zu kommen, stolperte er in eine vereiste Ackerfurche und stand auf einmal auf dem Kopf!


Also musste die Chefin schnellstmöglich den Hang hinunter rutschen, um die Pappnase wieder auf die Beine zu stellen. Jack war völlig beunruhigt – Murkel ist nervig ohne Ende, aber unsere schwarze Krankenschwester kann es überhaupt nicht ertragen, wenn der kleine Mann nicht in Ordnung ist.



Für die nächsten Fotos blieb der Murkel dann erstmal an der Leine!


Aber an „unserem“ Stein durfte Flippy dann doch wieder frei umher springen und Chaos verbreiten: Wir Großen waren natürlich schnell in Position gesprungen und lächelten wie immer mehr oder minder aufmerksam in die Kamera. Murkel konnte überhaupt nicht verstehen, warum er, Spitzensportler der er (in seinen Augen) ist – nicht zu uns auf den Stein hoch kam.


Voller Übermut hat er sich dann über Thorin her gemacht – ich glaube, der will vorläufig keine Gruppenfotos mehr machen.

Fakt ist, mit einem Murkelchen kommt man eindeutig langsamer voran, dafür werden alltägliche Strecken wieder spannend, und vieles springt aus den gewohnten Bahnen – und das ist es doch wert, findet euer Carlito
