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    18.10.2015, 20:55 Uhr

    Murkel geht zur Schule


    Murkel und ich waren zusammen in der Schule! Wie seiner Zeit Bosse und ich, haben wir uns auf den Wege gemacht, um Kindern der Klasse 7c zu zeigen, wie wir Hunde so ticken. Murkel ist zur Zeit unser kleiner Star, denn die Chefin hat einen Artikel über ihn in der Zeitschrift magz (Das Magazin für die Probstei und das Kieler Ostufer) geschrieben und die Kinder wollten ihn gerne persönlich kennenlernen.


    Ich durfte mit, weil ich schon Schulerfahrung habe und die Chefin wusste, dass ich immer ruhig und gelassen bleibe, auch wenn viele Schüler um mich herum wuseln. Wie das Murkelchen mit so viel Trubel umgehen würde, wussten wir vorher nicht – die Chefin rechnete damit, dass er sich hinlegt und schläft, dass wäre dann eine echt spannende Schulstunde geworden!

    Aber Max Murkel ist der wahre Sohn seines Vaters und hat ein super gutes Gefühl dafür, wie hund sich in Szene setzt. Tapfer lief er an der Leine in die Schule hinein, wo gerade Pause war. Obwohl er ja nicht gut gucken kann, ging der kleine Mann ganz fröhlich auf die Kinder zu und ließ sich streicheln. Erst als es immer mehr Kinder wurden, die alle durcheinander redeten, wurde er ein bißchen unsicher und die Chefin hat ihn auf den Am genommen.

    In der Klasse angekommen, waren die Kinder alle sehr lieb und höflich, da ist der Murkel gleich wieder aufgetaut.


    Leider hatten die Schüler ihre Schultaschen weggeräumt – so dass wir gar nicht nach Pausenbroten forschen konnten, aber ansonsten waren sie total nett.
    Murkel hat sich gleich seine Spieleschildkröte geschnappt und ist losgelaufen, um allen „Hallo“ zu sagen – von Scheu keine Spur!

    Ich musste einen Moment länger warten, da die Chefin erstmal unsere Decke ausbreiten wollte, aber dann machte sie mich auch von der Leine und mit einem Hechtsprung sprang ich in die Mitte der Klasse und bellte einmal ganz laut und dann gleich nochmal – die Chefin sagt, in die menschliche Sprache übersetzt, hieße das „Tadaaaaaa!“


    Murkel und ich sind dann durch die Klasse gelaufen und haben alle begrüßt. Die Chefin hat darüber erzählt, was es bedeutet ein behinderter Hund zu sein – und Murkel und ich haben das Ganze praktisch umgesetzt, sprich: wir haben einen wilden Ringkampf begonnen! Denn für uns Hunde gibt es keinen Grund mit Behinderung irgendwie komisch umzugehen – der Murkel ist mein Sohnemännchen und mit dem spiele ich ohne wenn und aber. Klar, ich passe auf, dass er sich nicht weh tut, aber er wird nicht verpäppelt. Durfte er gerade noch an meinem Hals herumzerren und sich wichtig fühlen, habe ich ihn im nächsten Moment wild knurrend umgeworfen und seinen ganzen Kopf ins Maul genommen – der Murkel war entzückt! Die Kinder und ihre Lehrer sahen, dass man mit einem Murkel ganz normal umgeht, ihn nicht in Watte packt, aber auch nicht fies wird, nur weil er noch nicht ganz so stark ist.

    Der Murkel durfte sogar einmal sein Spieleseil apportieren, um zu zeigen, dass er ein echter Retriever ist (die Chefin meinte, die Chance stand 50 : 50, dass er das Teil zurückbringt und nicht einfach damit abhaut). Aber Murkel war in Hochform und apportierte wie ein Alter.
    Ich durfte dann die Spieleschildkröte suchen, die die Schüler in der Klasse versteckt hatten. Gar nicht so einfach, wenn alle einen anfassen und ansprechen und so gut nach Frühstück und Pausenbroten riechen. Aber ich habe die Schildkröte dann doch gefunden!


    Bevor unser Murkel noch müde wurde oder – peinliche Vorstellung – in die Klasse pullert, war unser Besuch schon zu Ende und wir fuhren nach Hause.

    Was war der kleine Mann müde!


    Und ich auch!


    Es war sehr schön mit den Kindern, sie waren überhaupt nicht laut, was wir Hunde ja eher schrecklich finden und haben sehr nett mit uns gesprochen und uns nur gestreichelt, wenn wir das auch wollten.

    Bestimmt besuchen wir sie noch mal – die Chefin soll den Schülern nur sagen, dass sie das nächste Mal ihre Schultaschen ruhig in der Klasse stehen lassen können!
    Es grüßt euch, Euer Carlito