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    12.07.2015, 21:53 Uhr

    Die Geschichte vom Murkel


    In jedem Wurf, der geboren wird, gibt es einen Murkel oder eine Murkeline. Es ist schlicht und einfach der oder die Kleinste im Wurf und meistens verlieren sich diese Größenunterschiede schnell.


    Meistens aber nicht immer! Unsere Kleinste, die schwarz-graue Lady, ist innerhalb kürzester Zeit ihren Geschwistern hinterher gewachsen und hat gewichtsmäßig schon die ersten überholt. Nicht so unser Murkelchen: Bei seiner Geburt war seine Plazenta nicht so prall und voll wie die der anderen und Ginger bekam zwar ihn schön und gleichmäßig auf die Welt gepresst, aber die b.... Plazenta wollte erst nicht so richtig rauskommen.

    Dass das dem Murkelchen nicht so gut bekommen ist, haben die Chefs erst in den folgenden Tagen so richtig bemerkt: Äußerlich fit und von Ginger ordentlich gepflegt und bemuttert, wollte das Kerlchen nicht zunehmen. Im Gegenteil, er nahm sogar ab. Und nach kürzester Zeit wurde er von den starken Geschwistern einfach zur Seite geschubst, wenns um die besten Zitzen ging. Bei 10 Welpen herrscht da doch markanter Konkurrenzkampf!


    Unsere Hundenatur ist ganz anders als die der Menschen: wir bekommen viele Kinder und wenn dann eins nicht gedeiht, so nimmt Mutter Natur es schnell wieder zu sich, damit die anderen stark und kräftig werden. Nicht so die Menschen, sie investieren in ihre einzeln geborenen Kinder alle Energie und Zeit und so kommt es sie mehr als schwer an, ein Kindlein, und wenn es auch ein hundliches ist, aufzugeben.

    Also haben die Chefs den Murkel immer vorab an die mütterliche Milchbar gelegt, damit er schon seine erste Ration intus hat, bevor die wilde Jagd einfällt.Guter Plan, der leider überhaupt nicht funktionierte: ein Hunde-Murkel mag nicht allein sein und hampelte völlig überfordert an den Zitzen herum ohne wirklich ernsthaft Mich zu trinken.

    Also wurde der Plan dahingehend verändert, dass Murkelchen immer ein paar Geschwister zur Gesellschaft bekommt, so trinkt er ruhig, muss aber nicht um seine Zitze kämpfen.


    Trotzdem blieb der Größenunterschied entmutigend. Die Carlitinchen sind in Top-Form und der Murkel kam einfach nicht in die Pötte.

    Hier seht ihr ihn nach einer Woche neben seinem blauen Bruder - da wo unser kleiner Dicker nur Muskeln und Plüschpopo war, war der Murkel hager und sehnig. Aber ein Kämpfer! Er gab nicht auf und versuchte tapfer seinen Anteil an der mütterlichen Milch zu ergattern.




    Die Menschen gaben echt alles. Bettina hat ihn energetisch behandelt, Mette hat ihn zwischendurch gewärmt und tapfer immr wieder angelegt und alle waren der Meinung, dass der Murkel nicht nach Sterben aussieht.


    Trotzdem gab es durch das ständige Eingreifen der Menschen immer wieder Unruhe, was die Welpen nicht wirklich gestört hat, aber Ginger doch zunehmend nervte. Also hat die Chefin nach einer Woche eine Entscheidung getroffen: „Murkel will eindeutig leben, er kann trinken und verdauen, seine Mama und seine Geschwister lehnen ihn nicht ab, es ist äußerlich kein Schaden zu erkennen, er ist einfach nur so viel kleiner als seine Geschwister, dass er es alleine nicht schaffen würde.“
    Also hat sie den Chef gebeten eine Trinkflasche und Welpenmilch zu besorgen, und siehe, der Murkel kommt langsam aus dem Quark.


    Grundsätzlich findet er die Ersatzmilch eher ekelig, aber wenn er bei einer Mahlzeit zu knapp davon gekommen ist, sei es, weil ihm irgendein Bumskopf mal wieder den Ellenbogen gegen den Kopf gerammt hat oder er von einer dickmadamigen Schwester platt gelegen wurde, nimmt er doch gerne ein Schlückchen aus der Pulle.

    Seitdem ist es in der Wurfkiste viel entspannter, kein Gequake mehr und kein erbarmungswürdiges Einschlafen, weil Murkel mal wieder abgedrängt wurde. Alle sind so zufrieden.
    Und die kleinen Carlitinchen, als spürten sie, dass Murkel im Aufwind ist, nehmen ihn in ihre Mitte. Wenn er alleine liegt, ist es ihm doch immer noch schnell kalt – aber die moppeligen Geschwister kuscheln ihn ein, und sorgen dafür, dass die lebenswichtige Energie nicht gleich wieder verbraucht wird.




    Ich bin immer noch ein bißchen besorgt um unser Murkelchen, aber jetzt hat er eine reelle Chance,
    drückt ihm die Pfoten, Euer Papa Carlito