Letzte Woche hatten die Menschen sich einen lustigen Feiertag ausgedacht: Himmelfahrt! Also wir sind jedenfalls nicht zum Himmel gefahren, sondern nach Güsdorf zu Lea und Hajo zum Trainieren und Spass haben – halt alles, was man an so einem Feiertag macht!

Im Frühling ist es auf Gut Güsdorf besonders schön, vor allem, wenn man im Garten um die Beete flitzen darf. Die Chefin soll sich mal ein Beispiel nehmen und unseren Rasen auch so schön flach mähen, das lädt geradezu zum Spielen und Wälzen ein.

Um alle auf Trab zu bringen, habe ich alle angespasst, es ist Frühling und Fitness ist angesagt. Während Jack und ich am liebsten Freestyle Wrestling praktizieren, sind Hajo und ich Rennpartner – d.h. ich renne wie verrückt und er galoppiert gepflegt nebenher. Mit Ginger ist eher Ringen und Rempeln angesagt, wobei dass Rempeln zur Zeit deutlich nachlässt – sollte Madame schon etwas vorsichtiger werden?



Sehen tut man auf jeden Fall noch nichts, aber wir Hunde geben ja eh nicht so viel auf Sehen und mehr auf Riechen. Hajo hat seine Knabbelgespielin Ginger denn zwar wie immer gehörig durchgeknabbelt, aber auch immer wieder ausführlich beschnüffelt und untersucht.



Selbst Tante Lea, die sonst wirklich nicht viel mit Ginger am Hut hat, musste alles genau inspizieren – sind da womöglich schon geruchliche Veränderungen, fragt sich der Mensch, und der Hund lächelt – und schweigt.


Doktor Hajo hat auf jeden Fall alles für gut befunden, Ginger ist top-fit, vielleicht etwas taub, nachdem er ihr minutenlang ins Ohr gekläfft hatte.
Anschließend durften wir zum ersten Mal das Trampolin im Garten ausprobieren – vielleicht macht man so etwas an Himmelfahrt!


Jack ist locker aus dem Stand hinauf gesprungen – der Tausendsassa ist immer unser Versuchshund, wenn es darum geht neue Hindernisse auszuprobieren. Ginny wurde ohne viel Federlesen hinauf gehoben und trippelte gleich so selbstverständlich auf der Hüpffläche herum, als hätte sie noch nie was anderes getan.
Ob ich hinaufkommen würde, bezweifelte die Chefin insgeheim, irgendwie traut sie mir akrobatische Leistungen nicht wirklich zu. Halbherzig sagte sie: „Hopp!“ und überlegte dabei schon, wie sie mich hinauf wuchten könnte. Doch, schwuppdiwupp, katapultierte ich mich mit einem wahren Hechtsatz hinauf und durch die Netzöffnung – ha, ich bin ein Trampolin-Naturtalent!

Naja, ganz ehrlich, am Anfang fand ich es ein bißchen unheimlich und wäre am liebsten gleich wieder runter gesprungen, aber hund hat ja einen Ruf zu verteidigen. Die Chefs machten es mir allerdings leicht und warfen Leckerchen aufs Trampolin. Was ein echter Retriever ist, der lässt sich für Eßbares auf alles ein, und so hüpfte ich bald munter über das Gerät.


Ginger musste nicht hüpfen, die ist vorsichtshalber schon im Mutterschutz. Aber Lea ließ sich nicht lumpen und sprang ohne große Mühe auf das Trampolin. Jack, der mittlerweile wieder unten war, versuchte ihr von unten die Leckerchen weg zu schnappen und hätte beinahe in das Spanntuch gebissen.


Zum Abschluss haben wir noch einen schönen Spaziergang durch die üppigen grünen Felder gemacht.


In Güsdorf sind die Chefs immer ziemlich aufmerksam, weil es hier ziemlich viel Wild gibt. Und prompt hieß es plötzlich: „Schau mal, da ist das große Rudel Dammwild, sogar mit mehreren weißen Tieren!“

Nun waren wir ohne Leine, aber Iris beruhigte die Chefin: „Ach, die kommen eigentlich nie aus der Wald-Deckung heraus.“ Gut, dann kann man ja in Ruhe ein Foto machen, dachte die Chefin und fummelte an der Kamera herum. „Oh“, meinte Iris, „die kommen doch raus!“ und da kam das ganze Rudel schon mit Schwung auf das Feld gerannt. Ein blitzschneller Griff in Jack`s Halsband, Kampfkralle lässt grüßen, und ein scharfes „Hinlegen, Carlos“, war die Reaktion der Chefin, die ja immer noch die Kamera am Auge hatte.


Ach, was soll`s, alleine mag ich nicht jagen, ich bin mehr so der Gruppen-Typ, außerdem freut sich die Chefin immer so, wenn ich mich bei Wild hinlege (hat natürlich auch einen Jackpot gegeben :)) und so habe ich ihr den Gefallen getan.
Ich wünsche Euch allen ein sportliches Frühjahr und grüße Euch, Euer Carlito