Nachdem es auf der Liebesebene nur zögerlich voran ging, meine Aufgeregtheit und Hektik sich jedoch schon langsam auf die Chefin übertrug, war es für alle eine angenehme Ablenkung am Wochenende auf`s Seminar zu fahren.

Wie schon im vergangenen Jahr hatten die Chefs ein Seminar bei Thomas Baumann in Dogcity in der Nähe von Bremen gebucht. Diesmal sollten wir alle passive Teilnehmer sein, denn unsere Gruppenhaltung läuft doch recht vorzüglich und das Thema „Im Dutzend bissiger“ hat für uns keine praktische Bedeutung.
Mit von der Partie war wieder mein Kumpel Merlin, der zum ersten Mal von „seinem“ Welpen Thorin begleitet wurde. „Three and a half man“ lautete die Devise und ich muss sagen, es hat vorzüglich geklappt.
Nach gemütlicher Autofahrt erreichten wir Dogcity und gingen voller Genuss die schon bekannten Wege am Kanal längs. Das in Niedersachsen aufgrund der Setzzeit im Moment Leinenpflicht herrscht, hatten die Chefs gottseidank übersehen und so konnten wir entspannte Schnüffelmomente genießen.

Nach dem Einstiegsvortrag, den sich nur Klein-Thorin anhören musste – der weiß ja auch noch nicht so viel über Gruppen und Rudel – bezogen wir unser Motel-Zimmer: Irgendwie cool, ein Zimmer mit einer Tür direkt nach draußen, wie gemacht für ein gemischtes Rudel mit Welpen.

Im Zimmer herrschte dann eine Stimmung wie auf dem Schulausflug – es gab leckere Naschis, alberne Spiele und Schlachten im und ums Bett.




Nur Jack hielt sich vornehm zurück, das Gehampel war ihm zu eng und er verzog sich in seine Box – Langweiler!
Dafür kam er am nächsten Tag voll auf seine Kosten, als wir in der Mittagspause eine ganze Wiese für uns allein zum Spielen hatten. Vergessen war Ginger und der Liebeskummer – Freundschaften unter Rüden sind doch das einzig Wahre!




Die Chefs sagen, sie haben viel gelernt auf dem Seminar und wollen uns jetzt noch genauer beobachten, damit sich alle auch wirklich wohl fühlen. Ich mache mir keine Sorgen – so groß wie ich bin, werde ich sowieso niemals übersehen!
Demnächst wollen sie ausprobieren, wie wir als Gruppe reagieren, wenn sie spontan ohnmächtig werden. Das kann ich ihnen genau sagen: Jack wird als Generalfeldmarschall unsere Verteidigung übernehmen, Ginger und Ginny werden sich wärmend ankuscheln und ich werde unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten, die Chefin möchte ich sehen, die da nicht ganz schnell wieder zu sich kommt.

Unser Wochenendtrip hat allen gut getan, es war wie Urlaub vom ich, keine Verpflichtungen, keine Termine, alles drehte sich um uns und neben dem Seminargeschehen gab es genügend Möglichkeiten viele andere Hunde zu sehen (mittlerweile schafft es selbst Jack die meisten Hunde nur anzuschauen und nicht anzuschreien), lange spazieren zu gehen und mit dem Mini-Plüschi zu spielen.

Die Chefin war so stolz auf „ihre Jungs“, soll sie auch, wir haben es nämlich voll drauf,
es grüßt euch, Euer weit gereister Carlito
