Kurz nach Ostern hat die Chefin mich bei Seite genommen und mir zugeflüstert: „Carlchen, heute Mittag machen wir mal ohne die anderen einen Ausflug!“ Ich war völlig begeistert und hüpfte voller Vorfreude ins Auto.
Wir fuhren zu meiner lieben Züchterin Marion (www.golden-ivy.de), wo uns ein ganzes Rudel Welpen erwartete.

Damit die Kleinen, bevor sie zu ihren neuen Besitzern kommen, schon mal eine kurze Autofahrt erlebt haben, fährt Marion mit allen Welpen und den Müttern zu einem kleinen See. Die Fahrt ist kurz und bevor die Welpen gestresst sind, ist man schon angekommen.

Ich war als Welpenonkel und Aufpasser engagiert, musste aber natürlich erstmal den Frau Mamas meine Aufwartung machen: Thalassa, meine ukrainische Kindergartenfreundin und Velvet, meine schöne Halbschwester.
Die Welpen erkundeten in der Zwischenzeit vorsichtig die neue Umgebung: Einige blieben erstmal in der Nähe der Autos, andere stratzten gleich hinter den Menschen her und zwei blieben etwas geknickt hinter dem Wegtor stehen, weil sie den kleinen Pfad außen rum nicht fanden.


Es war gar nicht so einfach, das ganze Welpengewusel auf den rechten Pfad zu bringen – alles rannte durcheinander und wir großen Hunde wollten erstmal keine Babysitter sein, sondern möglichst schnell zum Baden.
Also mussten die Menschen hin und her flitzen und die kleinen Mäuse beieinander halten.

Die Kleinen schauten mit großen Augen um sich – die Welt ist für sie in diesem Alter voller Wunder. Ein Stein, ein Stöckchen, ein Grasbüschel – alles ist faszinierend und über einem neuen Geruch vergessen sie kurzerhand den Rest der Welt.



Plötzlich entdeckten die kleinen Racker einen neuen Geruch – männlich, herb, ihr versteht, und nahmen mich in ihrem Entdeckerwahn aufs Korn. Nun habe ich das letzte Mal gelernt, dass Welpen immer nur das eine bei einem erwachsenen Hund suchen, Zitzen voller Milch!

Schnellstens machte ich mich vom Acker und ging eine Runde schwimmen. Die Welpen stürzten sich daraufhin auf ihre geduldigen Mütter und holten sich dort den gewünschten Pausen-Snack.

Bis zum See haben es die Welpen an diesem Tag nicht geschafft, stattdessen sind wir alle lieber auf die nächste Wiese gewandert. Der Weg ist das Ziel und die kleinen Wesen haben den Menschen mal wieder eine Lektion darüber erteilt, das weniger mehr ist.

Auf der Wiese gab es so viel zu sehen und zu entdecken – wir Großen haben es den Younsters vorgemacht: Als erstes haben wir uns ausführlichst gewälzt und allen Welpen von Anfang an klar gemacht, dass ein echter Golden Retriever immer einen Hauch von Matsch verbreitet.


Im Anschluss haben wir ein paar neue Buddel-Karrieren begründet und den intressierten Zöglingen eine Einweisung in Mäuse und ihre Löcher gegeben. Gut, ich fand, dass sie schon einen gewissen Abstand halten sollten. Aber die Kinder von Thalassa und Velvet sind ja höflich – sie haben sofort verstanden, dass Buddeln großartig ist, dass sie aber nicht einfach bei Onkel Carlito mitbuddeln dürfen – schlaue Kinderchen!

Die Kleinen wurden mir immer sympathischer!

Als echte Retriever haben die Welpen kurz darauf meine auf dem Boden liegende Leine entdeckt – gut, die Koordination im gemeinsamen Tragen war noch ausbaufähig, aber da sieht der Kenner sofort beste Apportier-Ansätze!

Nach und nach und schneller als mancher Mensch denkt, waren die Welpen eindrucksatt, machten es sich bei den Menschen bequem und veranstalteten großes Gruppenkuscheln. Auch als zwei Pferde vorbei ritten, blieb alles ruhig (ich hatte die Pferde natürlich wachsam im Blick), das war mal wieder eine gelungene Sozialisation. Alle waren friedlich, sonnig und ruhig – ich glaube, die Menschen haben einen Einblick in die Welt, wie wir Hunde sie wahrnehmen und genießen, bekommen.

Ihr kleinen Welpen, macht euren Weg in die Welt, lernt und beobachtet, aber vergesst nicht, euren Menschen zu zeigen, das Frieden und Gemeinschaft das Glück im Leben ausmachen,
es grüßt euch, Euer Carlito
