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    20.03.2015, 19:53 Uhr

    Der kleine Thorin Eichenschild


    Bei Merlin und Kira ist vor 2 Wochen ein neuer WG-Genosse eingezogen. Nach dem Tod von Sam war die ganze Familie wie verwaist, das vierbeinige Zentrum fehlte an allen Ecken und Enden. Wenn ein Hund über so viele Jahre die Geschicke seiner Familie bestimmt, dann ist er nicht zu ersetzen. Die anderen Hunde versuchen seinen Platz auszufüllen, aber die Lücke ist sehr groß.


    Und dann war da auf einmal diese Anzeige im Internet: „Wäller-Schafpudel (Altdeutscher Hütehund)-Welpen“. Die Chefin hatte sie zufällig entdeckt, weil sie sich immer mal wieder für Altdeutsche Hütehunde interessiert (also nicht ernsthaft, wir reichen ihr als Rudel im Moment völlig aus). Und Merlins Chefin hat einfach mal angerufen, so ganz unverbindlich ...

    Tja, und zwei Wochen später haben sich die Chefs gemeinsam mit Merlin und mir auf in den Osten der Republik gemacht, um die Wäller-Schafpudel anzuschauen, so ganz unverbindlich ...


    Dunkel war`s der Mond schien helle … - als wir uns auf den Weg machten – das war echt so gar nicht meine Zeit, aber der Retriever macht ja alles mit. Durch einen kleinen Schneesturm fuhren wir in den Morgen, der sich nach und nach zu einem wirklich schönen Tag mauserte.
    Vorerst waren Merlin und ich noch die Hauptpersonen und die Chefs gaben sich alle Mühe, dass wir trotz stundenlangem Gefahre nicht den Spass an der Sache verloren.




    Wir sind zwischendurch schön spazieren gegangen und haben immer wieder irgendeinen Blödsinn gemacht. Es war ein richtiger Ferientag, alle waren lustig und bester Dinge.






    Am Ziel angekommen mussten Merlin und ich erstmal im Auto bleiben. Die Eltern der Welpen hätten es kaum gut geheißen, wenn sich zwei stattliche Jungs voller Manneskraft ihrem Nachwuchs genähert hätten. Da hieß es Geduld haben – und Vertrauen, dass die Chefs keinen Mist machen.




    Die Welpen lagen puffelig und knuffelig in ihrem Auslauf und ließen sich von den fremden Menschen nicht im geringsten beeindrucken. Die Chefs waren von der Coolheit des Wurfes beeindruckt, aber vorläufig wurde noch immer ganz unverbindlich geguckt – erst sollte das Wesen der Elterntiere getestet werden.


    Das wuschelige Pärchen zeigte sich im Garten gleich neugierig und aufgeschlossen. Papa Wäller war ein verschmitztes Knopfauge, der sofort wusste, wie man ein paar Leckerchen durch gekonnten Augenaufschlag erbetteln konnte. Die Schafpudelin war im ersten Moment sehr aufgeregt, ließ sich aber schnell auf die Chefs ein, von Ängstlichkeit keine Spur.

    Tja, und dann war auf einmal alles gar nicht mehr so unverbindlich. Die Wahl war schon vor Antritt der Fahrt auf den kleinen löwenfarbenen Rüden gefallen – also wenn, dann der - jeder Mensch hat seine persönlichen Vorlieben. Wir Hunde würden erstmal den Geruch prüfen, aber uns fragt ja keiner.
    Die Züchterin erzählte uns dann, dass der kleine Wuschel bei ihr den Namen Carlitto bekommen hätte – das war dann wohl ein Zeichen!


    Nachdem alles geklärt war, wurde der kleine Mann ohne großes Abschiedsbrimborium ins Auto gepackt und schon waren wir wieder „on the road“.
    Bevor wir uns auf den langen Heimweg machten, haben die Chefs aber netterweise nochmal angehalten, damit Merlin und ich das neue Baby unter die Lupe nehmen konnten.


    Erst wollte ich ja einen auf dicke Hose machen, aber Merlins Chefin hat sich groß gemacht und mir klar gesagt, dass das ihr Welpe ist – na, und mit ihr will ich es mir ja nicht verderben. Habe also selbst die Ohren angelegt, Babyface aufgesetzt und ordentlich rumgeschleimt. Danach war alles gegessen, der Welpe ist ins Rudel aufgenommen und wird weiter nicht beachtet, das wäre ja noch schöner.




    Er soll schauen und lernen, damit er irgendwann auch mal so ein stattliches Format wie seine neuen Onkel bekommt.
    Cool ist er auf jeden Fall schon, die lange Fahrt hat er mit links weggesteckt. Hat nicht gejammert und nicht geschnauft – so soll es sein.

    Willkommen kleiner Thorin, Dein Onkel Carlito