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    27.01.2015, 19:21 Uhr

    Hunde und Hirsche


    Mit Sonne und Frost sind wir in diesem Winter bis jetzt nicht gerade verwöhnt worden. Da ist jeder helle Tag wie ein Geschenk – die Menschen atmen auf, schnappen sich ihre Hunde und stromern durch die Natur.
    Wir Hunde sind da nicht so anspruchsvoll, wir lieben Regentage und Sturmtage und Nebeltage und ..., ach, ihr wisst schon – alle Tage eben!


    Bei Ginger ist übrigens weiterhin keinerlei Anzeichen einer Läufigkeit zu erkennen. Jeden Tag schiebe ich ihr dezent meine Nase unter die Röcke, aber da läuft nichts. Vielleicht will sie das mit den Babies lieber verschieben, gerade hat die bullige Nachbarshündin Welpen und Madame hat ein bißchen Manschetten vor ihr.


    Ich bin da natürlich ganz anders davor – ich würde unsere Welpen vor allen Nachbarshündinnen der Welt schützen. Andererseits ist es so auch ganz schön, wir spielen unsere wilden Tobespiele und die wären sicherlich verboten, wenn das mit den Welpen erstmal losgeht.

    An einem der wenigen schönen Tage kurz vor dem Jahreswechsel sind wir mal wieder nach Pratjau gefahren. Die Menschen genießen die Weite der Natur zum Schauen und Seele baumeln lassen und wir Hunde genießen sie zum Rennen.


    Diemal hatten die Chefs eine ganz wilde Idee: „Komm, wir schauen mal, ob die Hunde auf den Hochstand klettern können!“
    Eigentlich sollte Jack den Vorreiter machen, aber zur großen Überraschung der Menschen drängelte Ginger sich sofort an unserem schwarzen Tausendsassa vorbei und machte den Anfang. Mit ein bißchen Schieben krabbelte sie flugs die Leiter empor – die Chefin war völlig platt!


    Dann hat sie allerdings schleunigst „Platz“ gerufen, damit unser Mädel nicht gleich vorne wieder runterspringt. Aber kein Gedanke, Miss Mollipops machte es sich bequem und genoss die Aussicht. Als sie wieder runter sollte, sprang sie mutig in die ihr entgegen gestreckten Hände, da sieht man mal wieder, dass wir Retriever immer wieder unterschätzt werden.




    Jack ließ sich als zweiter Kandidat natürlich auch nicht lange bitten, aber ihm war das Gerät doch ein bißchen unheimlich. Platz wollte er auch nicht machen und einen bangen Moment, dachte die Chefin, dass er sich nicht trauen würde in ihre Arme zu springen. Aber kein Gedanke, ein Jack Sparrow erkennt, wenn eine Hilfe sinnvoll ist und ließ sich beim Absprung abpuffern. Danach hatte die Chefin aber keine große Meinung mehr, ihren dicken Carlito den Hochstand hochzuwuchten. „Carli – ehrlich, wenn Du mir in die Arme springst, bin ich platt!“ Phhhhhh, ich bin vielleicht stämmig und prachtvoll, aber nicht dick!!!! Andererseits stehen Hochstände auf meiner To-do-Liste wirklich ganz weit unten und so habe ich nicht diskutiert.
    Ginny hat das Hochstand-Thema natürlich bravourös gelöst, selbstredend. Sie lässt sich ja überall drauf setzen und im Zweifelsfall sogar hochwerfen .

    Anschließend haben wir uns alle auf einen großen Findling gestellt um mal wieder ein aktuelles Gruppenbild mit Chefin aufzunehmen.
    Der Anfang ließ sich gut an, nur die dösige Ginger hatte mal wieder die Augen zu! Kennt ihr das, dass auf Familienfotos immer einer die Augen zu hat, ist doch nicht zu fassen.


    Beim nächsten Versuch fragte die fotografierende Freundin der Chefin leicht entnervt: „Wo guckt denn jetzt der Carlos immer hin?“ Die Chefin folgte meinem Blick, schluckte verblüfftt und meinte: „Oh, da kommen gerade ein paar Hirsche vorbei!“




    Danach hat sie erstmal ganz ruhig nach dem Halsband von Jack gegriffen, um dann beim nächsten Blick mit zunehmendem Entsetzen zu rufen: „Und jetzt kommen da ganz viele Hirsche!“




    Nicht, dass ich wirklich vorgehabt hätte alleine loszurasen, aber die Chefin hat mich dann vorsichtshalber auch festgehalten. Vierzig Dammhirsche, Damen und Herren, waren anscheinend von einem buchstäblichen Sonntagsjäger in die Flucht geschlagen worden und kreuzten lieber den Weg unseres Rudels als vorsichtig in Deckung zu bleiben.

    Menschen wie Hunde haben den Anblick gemeinsam genossen – ein echtes Winter-Highlight,
    ich kann nur sagen, mehr davon, Euer Carlito