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    07.12.2014, 14:41 Uhr

    Obedience mit Eva Hampe


    Letztes Wochenende ist die Chefin auch mal wieder in die Schule gegangen – Fortbildung nennt sich das, und Jack und ich hatten das Glück mit zu dürfen. Da es ziemlich kalt war, durfte den einen Tag Jack mit und den anderen ich. Ich hatte den Tag mit dem Apportieren – doppeltes Glück!


    Als Fach stand Obedience auf dem Programm, ist ja nicht unsere Haupt-Disziplin (mal abgesehen vom Apportieren), aber die Chefin fand, wir hätten in letzter Zeit genug Dogdance gemacht und ein bißchen Obedience täte uns ganz gut.


    Ganz ehrlich – braucht ein Typ wie ich Obedience? Gehorsam? Ich bin doch perfekt wie ich bin, oder?

    Aber wie Madame meinen, ich mache auch gerne mal einen Tag Obedience. Vor allem, wenn Hajo und Lea mitkommen - mit guten Freunden macht ein Seminar gleich viel mehr Spass.
    Und als die Chefin auf einmal sagte: „Schau mal, Carli, da ist Ronja!“, stellte ich fest, dass man auf so einer Fortbildung sogar Freunde treffen kann, die man lange nicht gesehen hat.




    Dass Ronja mir gleich die Pfote ins Auge gehauen hat, habe ich ihr als Gentleman selbstverständlich sofort verziehen – eine Dame, die so kurz vor der Läufigkeit steht, darf mir alles überall hin hauen.

    In den Übungseinheiten ging es darum bekannte Übungen wie Sitz, Platz und Steh unter ungewohnten Umständen abzusichern. Sprich: wenn die Chefin „Platz“ sagt und gleichzeitig schnell rückwärts wegrennt, soll hund sich auf das Wort reagieren und nicht der fortlaufenden Leckerchen-Tasche folgen.
    Lea und mir als Retrievern fiel das einigermaßen leicht, zumindest solange keine Leckerchen vor uns hin und her geschwenkt wurden. Leckerchen-Schwenken ist schon eine ziemlich miese Verleitung.




    Meine schöne Freundin Ronja machte natürlich alles vorbildlich – collie-noblesse oblige! Zumindest solange sie Lust hatte, dann hat sie auch gerne ein bißchen Freestyle angeboten.




    Ich habe mich bombig amüsiert – endlich ein Tag an dem die Leckerchen-Quote stimmte und ich die Chefin ganz für mich allein hatte. Fleißig habe ich mich ins Platz geschmissen und im Steh gestoppt und wenn mir nichts mehr einfiel war mein Männchen wie immer ein sicherer Leckerchen-Bringer.




    Der Chefin war am Vortag ein weiterer schicker Retriever-Rüde aufgefallen. Als sie mit seiner Chefin ins Gespräch kam, stellte sich zu ihrer Freude und Überraschung heraus, dass er den gleichen Vater wie ich hat, den legendären Abinvale Traguardo. Sie sagt, sie hätte gleich gespürt, dass Iven das „gewisse Etwas“ hat, dass die Abinvale-Kinder alle haben.


    Wie die Menschen so sind, müssen sie aus solchen Zufällen gleich ein Foto machen, was Iven und ich bestenfalls mittelwitzig fanden. Leute, mein Mädel zuhause wird gerade läufig, ich lebe für die Arbeit mit der Chefin und die Hundedamen – da könnt ihr nicht von mir verlangen, dass ich mit einem gerade frisch entdeckten Halbbruder gleich Freundschaftsbändchen austausche!


    Entsprechend habe ich ziemlich streng geguckt, um gleich klar zu machen, dass ich solche Verbrüderungen durchaus kritisch sehe. Danach habe ich einfach in die andere Richtung geschaut – ihr wisst schon, Ignorieren, Ignorieren!
    Iven wusste gar nicht wo er hinschauen sollte, links der grimmige Bruder und von vorne ein unbekannter Mensch, der ihn mit dem Kamera-Auge fixierte. Er hat vorsichtshalber ein bißchen beschwichtigt, hund weiß ja nicht was so unbekannten Typen noch einfällt.




    Eigentlich war mein neuer Bruder wirklich nett, wenn die Menschen nicht so sehr mit ihrem Seminar beschäftigt gewesen wären und wir einfach gemeinsam spazieren gegangen wären, hätte ich ihn gerne näher kennengelernt. Im Schnüffelmodus ist es viel einfacher Bekanntschaft zu schließen, naja, vielleicht beim nächsten Mal.


    Zum Abschluss des Seminars wurde noch das Apportieren behandelt. Und stellt euch vor: zum zweiten Mal in meinem Leben durfte ich ausführlich mit einem Ball spielen. Normalerweise ist ja immer Black-Jack dabei und dann gibt es keine Bälle, oder zumindest bekomme ich dann keine Bälle ab. Bälle gehören ausschließlich und ganz und gar und immer Jack, und wenn da noch ein Ball ist, gehört der auch Jack.
    Eigentlich schade, ich fand dieses bunte Ding echt völlig witzig, habe es in die Luft geschmissen und mich ausführlich darauf gewälzt.


    Fazit: Seminare sind toll, weil es da super viel zu essen gibt, Bälle sind der Kick, wenn keine Altdeutschen Hütehunde in der Nähe sind und ich kann mittlerweile ganz schön gut apportieren, wenn die Chefin sich ein bißchen Zeit mit mir lässt.

    Es grüßt Euch, Euer Ballito