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    02.12.2014, 14:00 Uhr

    Herbstimpressionen


    Ach, sind wir nicht schön?

    Kurz bevor der Frost die bunte Herbststimmung in trübes Grau verwandelte, haben wir es noch ein letztes Mal in unseren geliebten Wald am See geschafft.


    Die Chefin um zu fotografieren, wir um zu toben, zu baden und in Düften und Gerüchen zu schwelgen. Der Wald, nach der Dammhirschbrunft gerade wieder zur Ruhe gekommen, erlebte einen Moment der Schönheit (während des Fotografierens) und einen zweiten des absoluten Chaos (als sich vier völlig bekloppte Hunde in den See stürzten).

    Am Anfang war ich ganz geknickt, dass die Chefin mich und Jack kurz vor dem See streng an die Leine nahm – sollten wir vielleicht nicht baden dürfen? Das grenzte doch sehr an Retriever-Quälerei - ein See direkt vor der Nase und keiner darf rein!

    Aber die Chefin tröstete mich: „Carlchen, Du weißt doch, erst die Arbeit, dann das Vergnügen – wenn Du ein paar schöne Posen stellst, darfst Du nachher tauchen und spritzen, soviel Du willst.“ Vorsichtshalber hat sie Jack und mich aber doch angebunden. Irgendwie hat sie gespürt, dass das mit dem Gehorsam womöglich eng werden würde. Und sie wollte definitiv Herbst- und keine Planschbilder.




    Zuerst waren die Mädels dran. Ginger im Herbstlicht, goldiger geht es nicht! Der Vorteil der Herbstsonne ist, dass sie uns Hunden nicht so in den Augen brennt und wir deshalb viel entspannter gucken können – so entstand von der doch manchmal etwas fotoscheuen Molly eine schöne Porträt-Reihe.






    Ginny passte so perfekt ins Herbstlaub, dass die Chefin förmlich ein Bild mit ihr malen konnte – sie ist schon eine echte Mickymaus, unsere Kleine!


    Jack ließ den Teufel ausnahmsweise zu Hause und zeigte seinen seelenvollen Blick, den er uns Retrievern perfekt abgeschaut hat. Dass er mitten in den Farn postiert wurde, fand er zwar ein bißchen albern, aber wenn die Chefin sagt: „Jack, steh im Farn,“ dann steht Jack eben im Farn. Er ist – wenn er nicht gerade die Herde, sprich: uns, gegen den Rest der Welt verteidigen muss - so ein Seelchen!




    Als ich schon gar nicht mehr daran glaubte, kam ich endlich an die Reihe. Ich setzte und stellte mich so majestätisch ins Herbstlaub, dass die Chefin ganz verzückt war.






    Und dann schoss ich aus dem Nichts plötzlich los, um mich doch schon mal ins Wasser zu stürzen. Der ganze Wald erbebte, als die Chefin einen ihrer seltenen, aber dann doch sehr lauten Brüller ausstieß. Meine Güte, kann die brüllen! Ich bin dann doch vorsichtshalber umgekehrt, es kommt viel schlechter, wenn man alleine abhaut, als wenn das ganze Rudel zusammen losstürzt.

    Glücklicherweise war die Chefin gar nicht sauer, sondern vielmehr erleichtert, dass sie noch weiter fotografieren konnte. Die blütenreine Weste tropfte noch nicht und die Herbststimmung blieb sonnig und freundlich.
    Zu meiner größten Freude durfte ich anschließend sogar ganz allein ohne die anderen ins Wasser. Ich habe mich auch sehr bemüht vorsichtig aufzutreten, damit die klare Wasseroberfläche möglichst glatt und ungetrübt blieb.




    Und dann hatte es sich endlich ausgeposed und die Chefin ließ die anderen drei auch los. Kurzfristig war der Waldfrieden empfindlich gestört, man hörte nur noch Getöse, Geknurre und sehr viel Geplansche.


    Aber wir hatten Zeit und nach und nach kehrte Ruhe ein. Als auch Jack endlich verstanden hatte, dass in den eisigen See keine Stöcke geworfen werden würden, war alles ganz manierlich und jeder ging seinen Geschäften nach: Stöcke zerren, Stöcke zerbeißen, Stöcke klauen – was hund an einem sonnigen Mittag eben in den Sinn kommt.




    Ginny setzte sich in die Sonne, nachdem ihr ein Ast zwischen den Zähnen festgeklemmt war und die Chefin erstmal kieferorthopädisch tätig werden musste. Madame Terrier muss ja immer alle Stöcke zu Streichhölzern zerbeißen, da kann schon mal was stecken bleiben.


    Während Jack Wasser nur zum Schwimmen gut findet und sich deshalb schnell langweilt, wenn nichts geworfen wird, können Ginger und ich uns auch wunderbar alleine im Wasser beschäftigen. Wir schreiten durchs Wasser, tauchen ab und an unter, um vielleicht eine Alge oder ein Stöckchen näher zu erforschen, bewundern die Spiegelungen im Wasser oder die Tropfen, die vom Maul ins Wasser fallen – Kneipen ist ja so gesund!




    Schnell verschwand die Sonne Richtung Horizont und bevor wir uns vielleicht doch noch den Pips aufsackten, machten wir uns nass, dreckig und sehr glücklich auf den Heimweg.

    Ein letztes Gruppenbild auf dem Holzstapel neben dem Parkplatz – was die Autofahrer wohl gedacht haben, die uns 4 Hunde auf dem Stapel sahen, aber nicht die Chefin, die auf der anderen Seite stand – dann fuhren wir schnell nach Hause.


    Jede Jahreszeit hat ihre Highlights – man muss sie nur zu nutzen wissen!
    Also schnappt euch eure Menschen beim nächsten Sonnenschein und macht eine schöne, lange Tour – wer weiß, ob es morgen nicht schon wieder trüb und ungemütlich ist,

    viele Grüße, Euer Carlito