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    31.10.2014, 21:58 Uhr

    Gruseliges Haloween


    Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite – sonnige Tage, buntes Laub, der Chefin gefällt`s. Heute war Happy-Hütchen-Time, Haloween stand ins Haus und wir Hunde durften mal wieder posieren.


    Nichts leichter als das, mittlerweile sind wir alle Cracks und tragen Kürbis-Hütchen als würden wir den ganzen Tag nichts anderes tun. Natürlich stehen sie dem einen Hund besser als dem anderen, es kann halt nicht jeder so ein perfektes Profil haben wie meiner einer.






    Doch plötzlich landete auf meinem Kopf eine Riesenfledermaus und mir schwante, dass dieses Haloween anders verlaufen würde als alle anderen zuvor. Sie wirkte einfach zu lebendig, zu bedrohlich.




    Meine Rudelgenossen checkten nichts und ließen sich für ein Leckerchen hier und da eifrig weiter fotografieren. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, schließlich hatte die Chefin extra für mich einen riesig hohen Gespenster-Zylinder gekauft, den nur der stattlichste aller Retriever auf seinem Haupt balancieren konnte.




    Aber die Schönste war doch unsere Ginger – ist sie nicht eine noble Retriever-Hexe?


    Als es dunkel wurde, kramte die Chefin allerlei merkwürdiges Zeug zusammen und meinte: „Kinder, es ist Haloween – jetzt wollen wir mal sehen, was ihr so drauf habt!“


    Ich war zunächst ziemlich skeptisch und habe mir an den brennenden Kerzen auch gleich ein paar meiner heiligen Barthaare verbrannt. „Stell dich nicht so an, Carlito“, raunzte die Chefin, „schau einfach ein bißchen gruselig, denn an Haloween sind alle gruselig.“


    Was die für Vorstellungen hat, wie schaut man denn gruselig?


    „Also so siehst du aus, wie einer von den sieben Zwergen, kannst du nicht ein bißchen gefährlich gucken?“
    Um die Stimmung etwas zu verdüstern, setzte sie Jack neben mich. Das fand ich schon ziemlich gruselig, weil unser Schwarzer die ganze Zeit rumhampelte und ich Angst hatte, er würde sein Kürbis-Hütchen gleich in die Kerzen fallen lassen.


    Und dann klopften die Kinder aus der Nachbarschaft – und es wurde wirklich gruselig!
    Jack sprang laut bellend über die Kerzen hinweg zum Tor. Ich warf mein Hütchen von mir und wollte hinterher, hatte aber noch die blöde Lichterkette an mir hängen. Ein kurzer Ruck – es knisterte kurz, das Kabel riss und alles versank im Dunkeln. Die Chefin stolperte mir laut fluchend hinterher und zertrat dabei die kleinen Plastik-Kürbisse, voller Angst, dass mich ein Stromschlag getroffen hätte. Aber so eine dicke Retriever-Mähne isoliert, es ist nichts passiert, so leicht lasse ich mich nicht schocken.

    Nach all dem Schrecken wurde Jack als Haloween-untauglich ins Haus verbannt und Ginny, unsere Drama-Queen zeigte uns lässig, wie man stimmungsvolle Haloween-Bilder mit Totenschädel aufnimmt.


    Das ließen Ginger und ich uns nicht zweimal zeigen und setzten unseren Uralte-Seelen-an-Haloween-Blick auf, Retriever-Wiedergänger sind jetzt unsere neueste Spezialität!


    Ginny toppte das noch mit einer „Ich-habe-solche-Angst-vor-dem-bösen-Totenschädel“-Grimasse. Sieht doch täuschend echt aus, nachdem sie eine Minute früher noch mit dem Teil Treibball spielen wollte, oder?


    Also bis auf Jack fanden wir alle Haloween ganz lustig – er meint, wir hätten die Kinder in die Flucht schlagen sollen, anstatt ihnen Leckerchen abzugeben und er wird die Menschen nie verstehen!

    Das Gruselig-Sein überlasse ich in Zukunft wieder unserer Ginny – ich bin einfach lieber niedlich, Euer Pumpkin-Carlito