• CarloTop.jpg
    [ Home ]
    07.08.2014, 23:27 Uhr

    Nachruf auf unseren Welpenonkel aus Berlin


    Vor einer Woche ist mein Freund Yasha gestorben. Die große Sommerhitze, die seit Wochen in Berlin herrscht, war für sein altes Herz zu viel.


    Vierzehneinhalb Jahre ist ein stolzes Alter für einen so großen Hund, aber es wäre doch schön gewesen, wenn unser Opi sich noch einmal bei uns im Garten hätte wälzen können oder sich unter die Schafe gemischt hätte, in der Hoffnung ein Stück Brot zu ergattern oder noch einmal gemeinsam mit uns am Strand geplanscht und getaucht hätte.


    Wir Hunde befreunden uns in gemeinsamer Aktion, wir führen keine tiefgehenden Gespräche und müssen uns auch nicht permanent herzen und küssen. Wir sind zusammen unterwegs und genießen die gemeinsamen Wege oder gemeinschaftliche Unternehmungen.

    Yasha war noch ganz klein, da ist er mit Lasse und meinem alten Papa Bosse, der damals auch noch eine echter Jungspund war, auf die Schwäbische Alb gefahren. Bosse und Yasha waren typische Hundefreunde, sie spielten zusammen, sie haben sich auch mal füchterlich gekloppt, aber sie haben sich schnell wieder vertragen. Jeder achtete den anderen und das bis ins hohe Alter.




    Yasha ist im Laufe der Jahre immer wieder auf Besuch gekommen. Meist kam seine Chefin in den späten Abendstunden und dann sind wir – in wechselnder Besetzung – eine Runde durch die Nacht gelaufen, damit alle erstmal ausführlich Zeit haben, den Geruch des anderen wahr zu nehmen und sich als Gruppe zu finden. Danach war alles paletti – und es hat im Haus niemals Schwierigkeiten gegeben, obwohl sich zum Teil vier Rüden plus Hündin in die Küche quetschten.


    Yasha hatte immer seine Ecken und Kanten, aber er konnte sich auf jede Hundepersönlichkeit einstellen, die er hier bei uns und in der Hundeschule traf.
    Ich fand ihn gleich prima, habe aber immer sehr viel Respekt vor Seiner Eminenz gehabt. So lässig in den Rücken springen oder in die Hinterbeine zwicken hätte ich bei Yasha nie gewagt, aber von seiner Ausstrahlung habe ich mir gern einiges abgeschaut.




    Yasha war unser „Welpenonkel aus Berlin“, der immer wenn er zu Besuch kam, gottgleich über den Hundeplatz schwebte, hinter sich ein Rudel erfürchtiger Welpen. Erst als er im Alter kastriert werden musste verschwand dieser Gottstatus, und die Chefs hatten immer das Gefühl, dass das Yasha doch sehr gekränkt hat.




    Stattdessen haben wir dann in anderen Aktionen gemeinsam Spass gehabt: Wir haben 3 schöne Filme zusammen gedreht, auf unzähligen Fotos gemeinsam mit und ohne Hütchen gepost und auch immer wieder gerne Dogdance oder Tricktraining gemacht. Yasha hatte bis ins hohe Alter Spass an jeder Form von Betätigung – ich hoffe, dass ich, wenn ich so alt bin, auch noch so geistig rege und körperlich fit bin.


    Sicher hat Yasha im Alter alles etwas langsamer und zunehmend ruhiger angehen lassen, aber wenn Action angesagt war, war er immer sofort zur Stelle.

    Wenn seine Chefin das nächste Mal allein zu später Stunde auf den Hof fährt, werden wir sicherlich auf den typischen Nachtspaziergang warten, den wir immer zu Beginn des Besuchs gemacht haben. Mal sehen, ob die Chefs sich auch erinnern werden.

    Leb wohl, Yasha, kleiner Grobi, danke für die gute Zeit, Dein Carlito