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    03.08.2014, 11:06 Uhr

    Seminar in Dog-City


    Die Chefin hat Urlaub – eine gute Sache für uns – denn dann kümmert sie sich ausschließlich um uns und nicht um fremde Hunde. Und als sich plötzlich Näpfe, Decken und ein Futtersack im Flur stapelten war klar, wir verreisen mal wieder.


    Diesmal waren Merlin und seine Chefin mit von der Partie – ich war begeistert! Durch die größte Sommerhitze, aber entspannt dank Air condition, fuhren wir Richtung Bremen nach, hund höre und staune – Dog City!
    Wahnsinn, eine ganze Stadt für uns, das ist doch mal was!


    Tatsächlich ist Dog City eine große Trainings- und Schulungsanlage inclusive Hundetagesstätte, mehreren Hundeplätzen und einer Trainingshalle. Die Chefs hatten gut vorgesorgt und so konnten wir sogar direkt vor Ort in einem der wenigen Appartements übernachten.

    Jack und ich sind ja schon routiniert, was das Übernachten in fremden Behausungen angeht – lange vergessen der Urlaub, als der junge Jack sich in einem Anfall von Langeweile und Trennungsschmerz am Hotelschrank vergriff und alle Leckerchen, die für Tiere u n d die für Menschen, herausriss und auffrass beziehungsweise quer durch das Zimmer streute.
    Merlin fand es zunächst gar nicht witzig, an der Zimmertür sind jetzt ein paar neue Kratzer (es waren aber nicht die ersten!), hat sich aber bald mit unserer Hilfe drein gefunden und auch ganz brav und ruhig gewartet, wenn die Menschen sich Vorträge anhörten oder zum Essen gingen.




    In dem Seminar ging es um „Raufer – innerartliche Aggressionen“ - die Menschen suchen sich ja merkwürdige Themen für ihren Urlaub aus. Der gute Jack musste sogar praktisch mitmachen, also er musste nicht raufen, sondern die Chefin musste lernen ihn daran zu hindern. Nur dass Jack, sobald er das Kaliber der anderen Seminar-Hunde eingeschätzt hatte, sofort beschlossen hatte, den Ball flach zu halten und lieber zu Merlin und mir gekommen wäre, um sich das Ganze von fern anzuschauen.

    Merlin und ich versuchten alles im Blick zu behalten und als es am zweiten Tag Freilauf mit all diesen gefährlichen Hunden gab, wurde ich doch ziemlich aufgeregt und wäre meinem schwarzen Kumpel am liebsten sofort zur Hilfe geeilt – keiner vergreift sich an meinem Jacky! Ich war sehr erleichtert, dass Jack nicht raufen musste, die Menschen haben gut aufgepasst und mein schwarzer Kumpel hat sich auf nichts eingelassen. Zwischendurch hat er sich zwar richtig wichtig gemacht – kräftig überall hingepinkelt und danach abgescharrt, dass die Fetzen flogen – aber immer nur dann, wenn mit Sicherheit gerade keiner der anderen Hunde in der Nähe war.

    Gottseidank gab es zwischendurch immer wieder genug Pausen, die wir trotz Hitze nutzten um ausgiebig Spazieren zu gehen.






    Sogar Baden konnten wir, auch wenn der See, der direkt neben Dog City lag leider durch Zäune abgesperrt war. So ein schöner See und wir mussten draußen bleiben!


    Das Seminar endete entspannt, die Chefin war nicht überrascht von der Diagnose, die sie über Jack bekam: Kein Raufer, aber mit Raufer-Potential, unsicher, aber mit Führungsanspruch, testet andere Hunde an, aber lässt sich auf keine unsicheren Kämpfe ein, kann auch zurückstecken, aber wird sich bietende Chancen nutzen. Zusammengefasst, eine kleine Arschkrampe, unser schwarzer Teufel (woher wusste der Seminarleiter nur Jack`s Spitzname?), aber sehr sympathisch.

    Die Chefin ist auf jeden Fall wieder besseren Mutes, dass sie Jack`s Pöbeleien doch noch in den Griff bekommt. Am Ende des Seminars waren wir alle völlig kaputt, Jack vom Mitmachen und Melrin und ich vom Zuschauen, unser Hotelzimmer wurde immer mehr zur sicheren Burg, wo wir sofort in Tiefschlaf fielen.


    Hoffentlich suchen die Chefs das nächste Mal ein weniger brisantes Seminar-Thema aus – vielleicht „Leckerchen – selbst probiert“ oder „Dummies für Anfänger“, denn Verreisen macht Spass, wenn es nicht gar so aufregend ist.

    Es grüßt Euch, Euer Carlito