In dem ganzen Tohuwabohu um die Läufigkeit von Ginger und meinem Zwangsurlaub ist der diesjährige Dogdance-Auftritt auf der CACIB in Neumünster völlig in den Hintergrund getreten.
Dabei waren wir gar nicht so schlecht!

Die Chefin war ganz mutig und hat Jack und mich zusammen mitgenommen, immer ein Risiko, da der nervöse Schwarze manchmal doch ihre ganze Aufmerksamkeit braucht. Gleich im Eingangsbereich der Hallen gab es auch einen kritischen Moment zwischen den Eintrittstüren: Vor und hinter uns aufgeregte Rüden und an der Kasse waren sie nicht wirklich schnell. Jacky tillerte kurz durch und ich hätte auch beinahe die Nerven verloren. Aber die Chefin hat uns kurz entschlossen in eine Ecke dirigiert, bis wir uns wieder gefangen hatten. Danach sind wir im flotten Schritt durch die Ausstellungshallen getrabt und es kam zu keinen weiteren Malheurs.
Am Ehrenring angekommen trafen wir auf gute Freunde: Lea und Mogli sollten auch vortanzen, genauso wie die Border von Katharina und Marla die Mopsdame – die Neumünster-Crew sozusagen.



Ginny klappte wie jedes Jahr in Neumünster ihre Ohren um, unter so aufregenden Bedingungen hat sie gerne absoluten Empfang.
Die Küren liefen prima, ich war ein bißchen hoch gedrallert und hüpfte der Chefin bei den Sprüngen fast ins Gesicht. Dafür hat sie einen Teil der Kür durcheinander gebracht und die Abschlusspose verhunzt – es gleicht sich alles aus. Ginny war großartig – sie ist mittlerweile so routiniert, dass sie ihre Tricks voller Charme zeigt, völlig unbeeindruckt von der äußeren Atmosphäre. Das ist bei Jack völlig anders – er muss sich sehr zusammen reißen, um die Außeneindrücke auszublenden. Dieses Jahr war das besonders schwierig, denn neben dem Ehrenring waren mehrere kleine Rasse- Ausstellungsringe, wo immer wieder laut gebellt wurde.
Weil wir uns so große Mühe gegeben hatten, schenkte uns die Chefin eine Wasserente und einen Wasser-Hummer und der erste Tag endete mit einem großen Geplansche, was natürlich sehr in meinem Sinne war.

Am nächsten Tag wuchsen die Herausforderungen noch, denn vor der Präsentation im Ehrenring mussten wir noch eine kleine Vorführung im Rasse-Vorführring geben. Dort sind natürlich wesentlich weniger Besucher, aber es gibt auch keinerlei Sichtabsperrung, d.h. die Besucher und auch die Besucherhunde sitzen quasi auf Tuchfühlung.
Jack wollte am Anfang gar nicht arbeiten, sondern warf hektische Blicke in die Runde. Aber die Chefin führte uns ein paar Mal gemeinsam durch den Ring und meine Ruhe übertrug sich zunehmend auf den Schwarzen. Ich habe ihn einfach neckisch angespielt und da hat er sich überwunden und wurde auch ganz lustig.




Nächstes Jahr will ich auf jeden Fall ein Trio tanzen – Jack und ich sehen prima zusammen aus.

Bis auf die gleichzeitige Rolle – aber das wusstet ihr ja schon!

Wir endeten wieder im totalen Kuddelmuddel, irgendwie klappt unser Timing bei dieser Übung nicht.
Nach der Vorführung wollten wir zügig zum Ehrenring flitzen, da wurden wir von einem Mann angesprochen. „Kann der Golden Retriever kurz mitmachen, wir machen jetzt eine Präsentation der Jagdhundrassen und dann haben wir alle Retriever-Rassen zum Vorzeigen?!“
Wir waren alle etwas verwirrt, aber die Chefin schubste Mette und mich kurz entschlossen in den Ring zurück und wir wackelten eine Runde mit den anderen Jagdhunden über den grünen Teppich (haha, ich und Jagdtrieb …), bitte, wenn`s das Publikum freut.

Danach war Eile angesagt, denn schon begann die Dogdance-Vorführung im Ehrenring. Ich war echt locker drauf, nur die Chefin hat wieder die Kür verdaddelt, die soll sich mal ein bißchen besser konzentrieren! Gottseidank weiß das Publikum nicht, wie die Tricks hintereinander sortiert sind, dann fällt es wenigstens keinem auf.



Jacky hat sich auch wacker geschlagen, aber ihm wäre es doch lieber, wenn wir Dogdance nur in gepflegter übersichtlicher Atmosphäre wie im Altersheim vorführen würden.
Hinterher waren wir alle froh und erleichtert, dass keiner der Hunde einen totalen Aussetzer hatte – unter diesen Extrembedingungen weiß man das ja nie.

Für uns Hunde gab es wieder ein Highlight zum Abschluss des Tages. Die Chefin ist extra zu unserer Lieblingsrennwiese gefahren und wir durften ausnahmsweise nach Herzenslust Bällchen holen. Da konnten wir die ganze Aufregung rennend hinter uns lassen.


In 10 Tagen ist Dogdance-Turnier in Preetz, mal sehen wie wir uns da behaupten können, ich freue mich schon, kommt doch alle zum Zugucken,
viele Grüße, Euer Dogdance-Carlito