Am nächsten Tag unseres Urlaubs waren wir morgens gleich wieder in den Rheinauen unterwegs. Zunächst war ich ein bißchen geknickt, dass ich nicht ins Wasser kam – der Schilfgürtel war zu dicht und überall saßen die gemeinen kleinen Auwaldzecken.


Aber Jack zeigte mir wie genial man auf den süddeutschen Wiesen rennen kann, dass entschädigte mich, denn Catchen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Neben dem Vergnügen stand natürlich auch wieder Sport auf dem Programm: Stine erklomm einen Holzstapel der besonderen Art. Ich hätte mich nicht auf die wackeligen Dinger getraut, aber ich bin ja auch ein kleines bißchen größer.

Jack zeigte, wie man sich aus dem Handstand hochstemmt – der Kerl stand wirklich fast auf dem Kopf und schaffte es trotzdem sich auf den Baumstamm hinter ihm hoch zu ziehen, Muskeln wie Drahtseile, unser Jack!



Nach dem Spaziergang zeigte uns Stine, wie man Wachteleier isst. Naja, sie knurpste die Dinger in Sekunden mit Schale und allem weg, Jack und ich waren erstmal skeptisch.

Ich ließ mich durch die Chefin schnell motivieren, und als ich mit dem Eckzahn erstmal ein Loch in die Schale bekommen hatte, war der Rest ein Kinderspiel. Jack hingegen fand dieses Spiel völlig ekelig und nur mit viel Überredung und unter der ultimativen Drohung, dass wenn er sich weiter so anstellen würde, Stine sein Ei fressen würde, bekam er das Eigelb so gerade runter – krüscher Kerl!



Nachmittags wechselten wir das Spaziergeh-Szenario und durchwanderten die Weinberge der Ortenau. Während die Chefs den Blick bis zum Straßburger Münster genossen, trabten wir über Wiesenpfade und durch Eßkastanienlichtungen. Auch sehr schick, nur ziemlich heiß, so daß ich in Ermangelung eines Baches ein erfrischendes Bad in einem Kiesbeet nahm.



Zum Abschluss unseres Urlaubs kamen wir noch an den richtigen Rhein oder zumindest an einen echten großen Fluss, ich war hellauf entzückt. Soviel Wasser und genug Stöcke für alle.

Die Mädels haben sich vornehm zurück gehalten, so daß Jack und ich den ganzen Fluss für uns hatten. Sehr nett von ihnen, so konnten wir so richtig laut und wild sein, echte Kerle eben – wahrscheinlich hat man uns bis Frankreich drüben gehört.

Schade, dass wir dann nach Hause fahren mussten, ich hätte am liebsten auf einer der großen Yachten angeheuert und wäre für immer ein Seehund geworden.
Urlaub ist eine Riesensache, man muss eigentlich auch gar nicht mehr gehorchen, alle sind locker und relaxt (Das hat die Chefin zuhause leider gleich wieder geändert, Mist!). Jack und ich versuchen auf jeden Fall sobald wie möglich wieder wegzufahren – Reisen bildet, man lernt so viele neue Badestellen kennen, das wird nie langweilig!
Es grüßt euch, euer welterfahrener Carlito

