Eigentlich wollte die Chefin mit uns ja zur Fortbildung. Hat extra alle Kurse abgesagt und ist mit Jack und mir und ihrer Freundin Babette und meiner sehr verehrten Freundin Stine nach Süddeutschland gefahren.

Erstmal habe ich in dem fremden Auto ziemlich sparsam geguckt – ich hab es ja nicht so mit dem Autofahren, aber als wir nach ein paar Stunden immer noch nicht da waren, habe ich mich dran gewöhnt.
Zu unserem Glück ist die Fortbildung ausgefallen und so haben wir drei Tage richtig tollen Urlaub gehabt – mit allem was das Retrieverherz höher schlagen lässt: Wasser, Mädchen, Leckerchen, Wasser, alberne Tricks, noch mehr Leckerchen und vor allem noch mehr Wasser! Es war wie im Retriever-Himmel!
Auf halber Strecke haben wir an einem historisch wichtigen Parkplatz Halt gemacht und sind dort eine Runde durch Wald und Wiesen gelaufen – die Menschen wollten schon den ersten Hauch Süddeutschland schmecken: unbetonierte Rundwege, uneingezäunte Wiesen und ein Wald, der den Namen auch verdient.



Schnell stellte sich auch heraus, was an dieser Raststätte so historisch ist: Hier haben die Chefin und ihre Freundin vor nun fast 6 Jahren den ersten längeren Halt mit dem kleinen Baby Jack Sparrow gemacht, nachdem sie ihn beim Schäfer abgeholt hatten.


Was war der Schwarze früher niedlich! (Man darf ihn nur nicht darauf ansprechen, ihr wisst schon, harte Schale, weicher Kern ...)
Im Süden angekommen, lernten wir abends noch gleich die Sheltie-Damen unserer lieben Gastgeberin kennen. Jack hat zwar wie immer kurz gebellt, aber dann schnell beschlossen, dass durch die Mädels keine Gefahr für unsere Rudel besteht. Die alte Dame Beady war freundlich aufgeschlossen, während die zarte Joyce uns nur argwöhnisch aus der Distanz beäugte – wir waren anscheinend die Gruselmuselmonster für sie.



Aber Jack und ich sind ja Gentlemen und drängen uns nicht auf, wenn die Damen erstmal vorsichtige Distanz hielten, sollte es uns nur recht sein – wir waren eh völlig k.o. von der Fahrt.
Am nächsten Morgen war das Eis gebrochen, wir haben zwar nicht miteinander gespielt, wer hätte auch je davon gehört, dass ein Sheltie mit einem Retriever gespielt hätte, aber wir gingen einträchtig miteinander spazieren. Beady setzte ihren Altersbonus knallhart ein, um ein paar Leckerchen zu ergattern, während Joyce sich weiter genüsslich gruselte (wenn sie nicht gerade versuchte ein paar Kekse zu bekommen).

Wir spazierten durch die Rheinauen, die sich durch weite Felder (allerdings von Stromzaun gegen die Wildschweine umstellt, soviel zu den unumzäunten Wiesen und Feldern), lauschige Auenwälder („Hört ihr den Pirol?“ O-Ton Chefin) und verschiedenste Bach- und Flussläufe auszeichneten. Die Chefs hatten Angst vor der berüchtigten Auwaldzecke, aber dank Kügelchen und Spot-On blieben wir völlig verschont.
Am liebsten wäre ich aus dem Wasser gar nicht mehr rausgekommen und einfach neben den anderen hergeschwommen.

Die Chefin ließ es sich natürlich nicht nehmen, uns auf Baumstämme und alte Heurundballen klettern zu lassen. Letzere waren ganz schön hoch, in 2 Lagen – das merkte ich aber erst, als ich im gestreckten Flug hinuntersprang. Unten blieb mir fast die Luft weg und dann wurde ich auch noch angemeckert, ich solle meine Knochen schonen – phh, bin ich Warmduscher, oder was?

Am Nachmittag des ersten Tages vergnügten wir uns im sommerlichen Garten unserer Gastgeber und tricksten entspannt herum.
Während Jack und ich posierten, traute sich ein kleiner Schatten immer näher heran – die kleine Joyce lag erst auf der Terasse, später dann schon im Gras und zum Schluss wuselte sie der Chefin um den Schoss herum, um ja nichts zu verpassen – von wegen Gruseln!


Mann, was waren wir kicherig, aber so soll es ja sein im Urlaub, wir hatten schließlich frei.

Trotzdem haben wir an unserer Trio-Arbeit gefeilt und ausprobiert - es klappt jetzt schon einiges (die gemeinsame Rolle geht aber weiterhin regelmäßig in die Hose, wir packen es vom Timing einfach nicht).



Als wir keine Lust mehr hatten, ließ uns die Chefn eine Weile spielen – Joyce zog sich auf die Terasse zurück, doch schon bald fiel der Chefin neuer Unfug ein: Warum nicht zwei Leidenschaften gemeinsam aufs Bild bannen? Sie liebt Hunde und sie liebt Rosen, also galt es die Hunde mit Rosen zu kombinieren.
Nun ja, Jack lässt sich ja auf alles ein, er riecht auch an einer doofen Rose, wenn die Chefin ihn darum bittet, aber mir war das ehrlich zu blöd: Du sollst keine anderen Leidenschaften neben mir haben – spricht der Retriever.



Für heute mache ich Schluss, dabei habe ich euch noch gar nicht vom Rhein erzählt und den Weinbergen, das war ein Urlaub, sage ich euch!
Ich hoffe, ihr plant auch schon Spannendes für die Sommerferien, das wünscht euch, Euer Carlito
