Unsere erste Dogdance-Vorführung in diesem Jahr fand an einem ganz besonderen Ort statt: kein Dogdance-Turnier, keine Tierheim-SOS-Veranstaltung, kein Geburtstag – wir besuchten das Altenpflegeheim in Preetz.

Unterstützt wurden wir von Iris mit Hajo und Lea, die genauso gerne Dogdancen wie wir. Die Chefin war sehr erfreut, dass uns die ganzen Geräusche und die Vielzahl der Rollstühle, Rollatoren und Stöcke nicht interessierte. Sogar unser Püppie Ginger lief durch den ganzen Trubel, als hätte sie noch nie etwas anders getan.


Jack, der sich zunehmend zum Boss der Truppe entwickelt, durfte natürlich anfangen. Hat er früher in fremder Umgebung immer sofort auf Autopilot geschaltet und war dann nur noch schwer ansprechbar, kann er jetzt die ganzen Außenreize doch recht schnell wegblenden und zeigt sein ganzes Können mit Schwung und Elan.


Besonders süß fand die Chefin, dass er, während sie ihre kleinen Ansprachen an das Publikum hielt, freundlich zu den alten Leutchen taperte und sanft „Hallo“ sagte. Jack mag alte Leute – die strahlen Ruhe aus und riechen gut nach Essen.
Bei mir war die Chefin nicht so sicher, ob ich in der Kür mal wieder meinen Schnarchanfall bekommen würde und lahmarschig durch die Gegend eiern würde. Aber ey – ich weiß, wann es zählt!

Fremde Untergründe, lautes Räuspern im Publikum – das ist mir alles völlig wurscht – was ich kann, kann ich und das zeige ich auch – und wenn es blitzt und donnert!
Meine Sprünge gingen natürlich wieder in die Hose, aber ich habe ja auch nie behauptet, dass ich sie kann.



Anschließend war Lea dran und sie war ihrem Ruf, der menschenfreundlichste Hund der Republik zu sein, mal wieder ungemein treu: Bevor sie geruhte mit Iris zu tanzen, hat sie erstmal allen alten Leuten einen Guten Tag gewünscht und sie persönlich begrüßt.

Sie wirkt dann immer wie ein Star auf dem roten Teppich, der seine Fans begrüßt und das Bad in der Menge genießt.
Hajo fand die alten Leute auch toll, aber der fremde Untergrund irritierte ihn so sehr, dass Iris nur ein paar Tricks mit ihm machte und das Arbeiten zur Musik lieber wegließ. Wir Hunde sind schließlich keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren. Ich bin wirklich froh, dass wir so verständige Chefs haben, die uns niemals zur Arbeit zwingen, sondern immer darauf achten, dass es uns gut geht und wir den Spass nicht verlieren.


Die kleine Ginny war natürlich wieder Publikumsliebling Nr. 1. „Ach, so einen hatten wir früher auch!“ und „Guck mal der kleine Hund, wie niedlich!“ hörten wir aus dem Publikum. Aber Madamchen weiß ja auch wie es geht – mit Nerven wie Drahtseilen strahlt sie von Anfang bis Ende.



Nachdem Ginny erfolgreich ihren Elvis Presley-Song performed hatte - „The Devil in Disguise“ - ungemein passend wie ich finde, war Jack noch einmal zu seiner neuen Kür „Taxi in Paris“ dran. Jetzt zeigte sich seine Reifung richtig: Das merkwürdige Rauschen des Mikrofons hatte ihn im Laufe der Vorführung doch zunehmend irritiert, außerdem war es im Raum echt warm. Früher hätte die Chefin dann aufhören müssen, aber jetzt zeigte sich, dass Jack sich im Arbeiten an ihr festhalten kann und er zeigte alle Tricks. Hinterh durfte er sich dann mit einem Futter-Kong in der Box entspannen, der hatte es gut!

Zum krönenden Abschluss durften dann Ginny und ich nochmal ran – die Schöne und der weiße Bär, das Publikum war erfreut!

Wir haben uns sehr wohl bei den alten Herrschaften gefühlt – sie waren alle höflich und freundlich, da lässt hund sich gerne streicheln, auch wenn man sich noch nicht so gut kennt.
Hoffentlich bis bald, Euer Carlito
