Nachdem es lange total matschig auf unserem Platz war und weder die Chefin noch wir wirklich Lust hatten zu trainieren, ist jetzt der Frühling da und wir üben neue und alte Tricks.

Die Chefin meint, ich grinse auf dem Foto wie ein Honigkuchenpferd, phhhh, soll sie doch mal selber in den Spiegel gucken, wenn sie weiß, dass wir gleich trainieren werden. Sie grinst doch genauso ...
Zu dritt können wir natürlich noch nicht so viele Tricks gleichzeitig. Jack und ich machen immer vor und Miss Mollipops macht es dann irgendwann nach, allerdings meist erst, wenn wir längst fertig sind.

Oder sie geht zwischendurch schnüffeln, wenn ihr danach ist. Aber sie ist ja auch noch klein, sagt die Chefin.
Jack ist natürlich der unangefochtene Boss der Dogdance-Truppe – er hüpft und springt und kriecht vorwärts, rückwärts, seitwärts, man wird ganz schwindelig dabei.



Während die Chefin säuselnd und jubilierend mit ihrem Star trainierte, rutschte ich unauffällig immer näher an die beiden heran - in der stillen Hoffnung, dass mein softes Lächeln mir auch das ein oder andere Leckerchen einbringen würde.

Pustekochen! Statt Leckerchen gab es strenge Worte und mit einem barschen „Da bleibst Du jetzt“ wurde ich wieder an den Rand befördert – das Leben ist so ungerecht!


Alldieweil sprang und hüpfte Jack weiter über Arme und Beine, der alte Streber!

Doch endlich war meine Stunde gekommen und ich nahm mir vor allen zu zeigen, was ich alles so drauf habe. Schließlich bin ich ja auch kein Baby mehr und habe ein ganz schön beachtliches Repertoire drauf.
Doch womit muss die Chefin anfangen? Mit Sprüngen! Meine absolute Schwachstelle! Ich kann natürlich springen, aber ich mache es halt nicht so gerne, und schon gar nicht hoch.
Zwischen den Beinen durch bekam ich gerade so hin, aber durch die Arme klappte am Anfang überhaupt nicht – und dann fangen diese doofen Menschen auch noch immer an zu lachen. Ich sage euch, manchmal ist es ein Fehler, wenn man immer so lieb ist ...


Nach einigen Versuchen hate ich den Bogen raus und was bekomme ich zu hören: „Wenn Carlos springt, sieht das so aus, als hättest Du ein englisches Parkrind im Arm!“

Also, da hört doch alles auf, ich war kurz davor in Streik zu gehen oder meine Dogdance-Karriere zu beenden. Glücklicherweise bemerkte die Chefin meinen Unmut und baute mich mit viel Lob und einer großen Portion Leckerchen wieder auf.

Na, dann habe ich doch wieder gelächelt – wir Hunde sind ja nicht nachtragend!

Anschließend gab es eine Premiere: Jack und ich sind jetzt reif genug auch mal parallel zu arbeiten!
Bisher ging das nur mit Ginny als Partnerin von Jack oder mir, weil La Principessa ihre Tricks total zuverlässig zeigt.

Mit Jack und mir geht es jetzt erstmal mit vielen Leckerchen, aber immerhin, ein Anfang ist gemacht.
Bisher hatte Jack immer Depressionen bekommen und ist nur noch hinterher geschlichen, wenn ich mit ihm zusammen arbeiten sollte. Nur weil ich halt noch ein bißchen mehr Ansprache und Hilfe brauche. Jack will immer alles für sich!



Aber das wird, nächstes Jahr haben wir vielleicht schon einen gemeinsamen Auftritt!! Ich werde fleißig trainieren und irgendwann – also eher so in fernerer Zukunft – springe ich dann über Jack!



Ginger durfte natürlich auch ein paar Tricks machen, aber sie hält sich für ein Apportierwunder und das Dogdancen ist nicht so wirklich ihr Hobby. Macht nichts, das kommt noch!

Es grüßt Euch, Euer Let`s dance-Star Carlito