Nachdem dieses Jahr der Winter komplett auszufallen scheint, haben wir beschlossen den Frühling einzuläuten. Die ersten Lämmer sind da, die Krokusse blühen – und uns Hunde zieht es zum Wasser. Klar, ist Schwimmen doch nach Im-Schnee-Toben unser liebstes Hobby.

Da konnte die Chefin noch so meckern, dass sie uns auf dem dekorativen Baumstamm vorab noch einmal ablichten wolle - als ich den See roch und hörte, war kein Halten mehr, Carlos ließ jeden Gehorsam fahren und stürzte davon.
Was kein Hase und kein fremder Hund schafft, das Wasser schafft es, ich bin zwischenzeitlich unansprechbar. Die Chefin hörte in der Ferne nur wildes Bellen, kurzfristig dachte sie, ich wäre mit einem Wildschwein aneinander geraten, aber tatsächlich hüpfte ich nur völlig verrückt duch die Fluten und zerrte an aus dem Wasser ragenden Baumstämmen.

Jack, der brav gewartet hatte, bis das ersehnte Freizeichen ertönte, ging erstmal eine Runde schwimmen und Ginger folgte ihm, aber nur kurz, Madame Mollipops mag es nicht so gern kalt an ihrem plüschigen Popo.

Schreiend und kreischend, wuffend und knurrend, grollend und murrend sprangen wir wie die Irren durch das Wasser, selbst Ginny war völlig außer Rand und Band und verbiß sich in jeden Stock, den die Chefin ins Wasser warf.




Ginger und ich mutierten zu wilden Ninja-Kämpfern und zwischenzeitlich war die Chefin sich nicht sicher, ob wir uns vielleicht doch in die Köppe kommen. Aber da ist keine Gefahr, wir tun doch nur so als ob wir gefährlich sind.
Viel zu schnell war das Vergnügen vorbei, aber die Chefin meinte, bevor die Jäger die Polizei rufen, um die Bestien im Wald einzufangen oder Madame Mollipops sich den Pips holt, weil sie zu lange im Kalten gespielt hat, machen wir lieber den Abflug.

Tatsächlich war während des Tumults die Februarsonne doch recht schnell gen Horizont gewandert und wir waren alle ganz froh, als wir noch einen flotten Spaziergang durch den Wald machten.
Natürlich mussten wir sehr brav sein, Naturschutzgebiet und so, aber das bekommen wir schon hin, vor allem wenn wir vorher so ausführlich toben durften.

Im Wald ist es immer so spannend, ich weiß nie wohin ich zuerst schnüffeln soll. Jack ist ja eher von der guckigen Fraktion, der muss also streng bei Fuss gehen, damit er nicht doch einem kleinen Hirschlein hinterher hirscht. Die Mädels haben keinen Plan, die haben, glaube ich, Angst im Wald und kleben der Chefin an den Hacken, aber das macht nichts – Jack und ich beschützen sie.

So Leute, der Frühling ist da, genießt die Sonne und lasst euch von euren langweiligen Chefs nicht davon abbringen das ein oder andere Bad zu nehmen.
Es grüßt euch, euer wassersüchtiger Carlito