Hurra, es gibt gute Nachrichten!! Unsere Miss Mollipops hat 1a- oder genauer gesagt A1-Hüften! Auch die Ellenbogen sind korrekt und gucken kann sie – von hier bis zum Horizont!!

Die Chefin war eigentlich schon vorher guten Mutes, aber bis der Tierarzt sein O.k. gibt, bleibt natürlich immer eine kleine Unsicherheit.
Am Tag vor der Untersuchung haben wir im schönsten Sonnenschein einen Foto-Spaziergang gemacht. Wahrscheinlich um die Chefin abzulenken.

Alles war ganz großartig, wir haben getobt und Leckerchen abgestaubt und Hölzchen herum getragen, aber plötzlich wäre aus dem schönen Tag beinahe ein Albtraum geworden:
Die Chefin hatte die unglaublich schlaue Idee, dass wir alle – oder zumindest die jüngeren Semester auf dem weißen Stein ein Gruppenfoto machen sollten.

Weißer Stein, strahlend blauer Himmel – der Hammer sozusagen!
Merlin war auch schon oben, da kam auf einmal Retriever Pelle mit seinem Frauchen auf dem Rad um die Ecke gebogen.
Jack wäre am liebsten sofort durchgestartet, um dem Kollegen sehr deutlich zu sagen, dass unser Rudel eine geschlossene Gesellschaft ist und er auf keinen Fall mit aufs Foto kommt. Die Chefin stieß wie ein Adler auf Jack und mich herab und hielt uns an den Halsbändern fest. Jack stimmte daraufhin ein wildes Getöse an, was mich völlig wuschig machte. Nichts mehr war es mit der Retriever-Ruhe, ich wurde ganz wild und aufgeregt.
Daraufhin giftete Jack mich an, seinen besten Freund, also ehrlich, und das habe ich ihm dann auch sehr deutlich zurück gesagt. Chaos pur! Die Chefin schmiss die Kamera ins Gras, um uns besser halten zu können, rutschte dabei aus und wurde dann wirklich ärgerlich mit uns. Das kennen wir so gar nicht von ihr, und ich war dann lieber ganz schnell still, nur der doofe Jack hat dem Pelle noch hinterher gebellt.
Ginny hatte sich in dem ganzen Wirrwarr verkrümelt und Ginger, immer mit dem Peace-Zeichen auf der Stirn, meinte, es wäre eine gute Idee wie eine Irre im Kreis zu rasen – Leute, wir sind doch alle Freunde hier!
Als keiner mitmachte, gab sie verwirrt auf und kaute auf der Kamera herum, vielleicht wollte sie sie ja auch apportieren, nur dass die Chefin die Hände mit uns Jungs voll hatte. Als sich alle beruhigt hatten, musste die Chefin schon wieder lachen: die Kamera war nicht wie befürchtet kaputt, sondern Ginger hatte auf Bildmodus geschaltet und sich durch ein paar Bilder gescrollt – wie sie das geschafft hat, werden wir wohl nie erfahren.
Auf den Bildern seht ihr eine Vorher-Nachher-Situation: Merlin gut ausgeleuchtet und kunstvoll drappiert, ich nach dem Zwischenfall sehr verlegen und Jack immer noch sehr wachsam.



Jacky brauchte wirklich einen Moment, bis er wieder der Alte war, aber als wir endlich an „unserer“ Renn-Wiese angekommen waren, hatte Kira ihn schnell so weit, dass er wie immer mit ihr über das Feld flitzte.


Am nächsten Morgen merkte Ginger bald, dass irgendetwas im Busch war: Äußerlich war zwar alles wie immer, aber das es auf dem Spaziergang keine Leckerchen und hinterher, oh Graus, kein Frühstück gab, hat sie doch sehr getroffen.


Als Bettina mit Merlin kam, der auch geröntgt werden sollte, dachte ich natürlich sofort, dass es auf einen Spass-Ausflug gehen würde und hüpfte voll froher Erwartung ins Auto.



Pustekuchen, ich wurde des Kofferraumes verwiesen und so schlüpfte ich schnell vorne rein. Aber auch das war falsch und geknickt schlurfte ich ins Haus zurück. Naja, nicht lange und ich war wieder oben auf – Jack und ich bekamen einen soooooo großen Kauknochen!
In der Tierklinik Rendsburg waren alle wieder sehr nett. Ginger durfte mit ins Behandlungszimmer, um Merlin zu beruhigen. Sie war allerdings sehr erstaunt, als ihr Kumpel plötzlich aus den Latschen kippte und erst mal nicht mehr aufwachte – merkwürdige Dinge veranstalten die Menschen!


Richtig lustig fand Mollipops die ganze Angelegenheit nicht, ihre Kulleraugen wurden immer größer, aber sie hat ja vollstes Vertrauen und ließ sämtliche Untersuchungen, Spritzen, Tropfen usw. wie ein kleines Schaf über sich ergehen.
Nach einer für die Hunde schläfrigen, für die Menschen aufregenden halben Stunde war dann klar: Ginger super, Merlin super – alles super!
Jetzt kann es mit dem Sport richtig losgehen und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch irgendwann kleine Retriever in Fargau ...
Vorerst nicht, sagt die Chefin, im Moment hat sie mit uns jugendlichen Knallbirnen genug zu tun, wir sollen erst mal erwachsen werden (was immer das auch heißen mag).
Es grüßt euch, der gesunde, knallbirnige und über seine gesunden Freunde sehr glückliche Carlito
