Die Chefin will wieder mehr Dogdance machen, im Winter ist ihrer Meinung nach die Zeit in der neue Tricks einstudiert werden. Da kam die nette Einladung von Katharina und ihren Border Collies gerade recht – Dogdance in einer ehemaligen Tennishalle mit Licht, ebenem Boden und ohne Matsch.

Zunächst waren wir, die Chefin insbesondere, allerdings etwas überfordert. Statt allein mit ein paar guten Freunden zu trainieren, auch Moni war mit Ronja und Annouk gekommen, fand neben uns ein lautstarkes Agility-Training mit hoch erregten Hunden statt. „Da können wir ja gleich nach Hause fahren, hier kann ich mit Jack überhaupt nicht arbeiten,“ jammerte sie und tatsächlich fuhr sich Jack völlig hoch, nachdem direkt beim Aussteigen schon der erste frei laufende Hund auf uns zu geschossen kam.
In der Halle war es so laut, so dass selbst mir die Nerven kurz rissen und Madame le Chef kurzzeitig alle Hände voll zu tun hatte um uns fest zu halten.
Aber nach ein paar Minuten war der Frieden wieder hergestellt und wir gewöhnten uns an die Atmosphäre.
Jack und ich mussten erstmal im Platz-Bleib abdampfen – was wir ganz schön beknackt fanden, aber Katrin, unsere Freundin aus Berlin passte gut auf uns auf – und Ginger durfte als erste Tricks und Kunsstücke trainieren. Immer werden die Mädchen bevorzugt!


Unser Mollipopsi macht sich. Völlig unbeeindruckt von der Aufregung ringsum, folgte sie allen Anweisungen begeistert und legt an vielen Stellen eine ganz beachtliche Geschwindigkeit an den Tag. Traut man der Kleinen gar nicht zu, aber sie wird wohl, wenn sie so weit ist, eine gehörig flotte Sohle aufs Parkett legen.




An Jack, Ginger und mir kann man im Moment sehr schön die verschiedenen Ausbildungsstände sehen:
Ginger fängt gerade erst an, bekommt die kompletten Handhilfen und die volle Konzentration ihres Menschen.
Bei mir fängt die Chefin jetzt auch mal an, sich etwas freier zu bewegen, weil sie sich, zumindest bei den Tricks, die ich schon länger beherrsche, darauf verlassen kann, dass ich sie mache, auch wenn sie mal kurz woanders hinschaut.
Und Jack kann schon vieles völlig frei und sicher – wenn ihm gerade nicht die Nerven flattern (deswegen hat die Chefin bei diesen Blog-Fotos doch meistens den Blick bei ihrem schwarzen Teufel).

Dogdance macht gerade soviel Spass und ich komme in großen Schritten voran. Das Kriechen konnte ich sozusagen gleich, und zur großen Überraschung der Chefin habe ich ihr nach zwei, drei Versuchen ein High hingestellt, dass sie fast hinten über gefallen ist – tja, der Carlos der kann`s!



Und – Wunder geschehen immer wieder – von einem Tag auf den anderen klappt jetzt auch das Männchen ohne direkte Handhilfe. Die Chefin meint, das liegt daran, das ich so ein gut trainierter Kraftprotz bin, mit meinen Hundekumpels trainiere ich ja auch jeden Tag Bodenkampf, Hochstandkampf, Rempelkampf, Rollkampf, ...

Zum Schluss feilten wir noch an unserem spanischen Schritt, der sich ganz gut entwickelt, nur meine Hinterbeine vergesse ich manchmal noch.



Jacky wurde vor Trainingsbeginn erstmal ordentlich „schön“ gefüttert, damit er sich dann beim Üben auch wirklich nicht mehr von den anderen Hunden ablenken ließ. Und er hat Fortschritte gemacht – vor einem Jahr hätte er unter solchen Bedingungen wahrscheinlich das Futter total verweigert und alle 10 Sekunden nervöse Blicke über die Schulter geworfen.

Heutzutage braucht Jack zwar eine gewisse Zeit, aber dann kann er die Außenreize ausblenden und zuverlässig arbeiten – die Chefin war sehr zufrieden. Im Moment vergnügen sich die beiden in ausgefallenen Grundpositionen, vorwärts und rückwärts im „Contra“, „Seite“ und „Quer“ - da wird einem schwindelig beim Hinsehen. Das nennt sich dann „Heelwork to music“, und ist eine Variante des Dogdance. Bitte sehr, ich arbeite lieber an den klassischen Tricks wie CrissCross oder Winken.




Zum Schluss durfte Yasha, unser lieber Opi aus Berlin, auch ein bißchen tricksen. Wahnsinn – ich hoffe, ich bin mit 14 Jahren auch noch so fit und klar im Kopf.

Klar, wilde Drehungen oder Seitwärtsgänge darf so ein Oldster nicht mehr machen, aber alles andere dafür mit um so mehr Begeisterung.


Auf der Rückfahrt hörte man keinen Muckser von uns – wir sind alle sofort weggeschnarcht und auch abends, als die Menschen schon wieder irgendwelche Action veranstaltet haben, haben wir noch kurz was gegessen und sind dann ins Land der Träume enteilt – ich träumte von meiner nächsten Kür – zu Kampf der Gladiatoren oder Rocky,
es grüßt Euch, Euer Carlito
