Nun ist es doch passiert – die Chefin hat nach 5 Jahren entschieden, dass unser Jack einfach zuviel Testosteron hat und kastriert wird. Im letzten Frühjar hatte er schon einen Chip bekommen, nachdem er der läufigen Shi-Tzu-Dame aus der Nachbarschaft hinterher weinte und auf den Spaziergängen nur noch ein sabberndes Wrack war.

Der Chip stellte sich jetzt als Vorteil heraus, denn die Hoden waren noch deutlich verkleinert und so konnte die kleine Operations-Wunde ohne aufwendige Außennaht inklusive späterem Fädenziehen versorgt werden. Ein kleines Pflaster war alles, was auf den Verlust der Männlichkeit schließen ließ.
Glücklicherweise steht die Chefin zur Kastration und hat nicht hunderte von Euros für Silikonhoden hingeblättert. Wie aberwitzig ist dieser neueste Trend denn? Wieviel Leckerlis man für dieses Geld kaufen könnte!
Jack war voll auf Valium als er zu uns zurückkam und konnte kaum geradeaus laufen. Ginger und ich hätten ihn in unserer Wiedersehensfreude wohl umgepanzert, aber da wurde die Chefin kurz zur schützenden Übermutter und verscheuchte uns von ihrem geliebten kleinen Jacky. Liebevoll legte sie ihm sein Schaffell ins Büro und hütete seinen Genesungsschlaf.
Ginny und ich waren sehr besorgt um unseren Schwarzen und erst als wir ihn ausgiebig beschnuppert hatten und wirklich sicher waren, dass er die Geschichte wohl überleben würde, haben wir uns zu ihm gelegt.


Die Ruhe- und Krankheitsphase dauerte bis nachmittags um fünf – dann war Jacky (zumindest seiner Meinung nach) wieder ganz der Alte.

Dieser Hund ist echt hart im Nehmen: Ohne jeglichen Schutz, sei es Trichter (damit drehte er völlig durch) sei es Body (das wäre denn doch zu peinlich gewesen) konnte die Wunde abheilen. Nach zwei Tagen fiel das Pflaster ab, aber weder die Wunde noch der rasierte Bauch animierte ihn zum Lecken – da hat die Chefin schon anderes erlebt.
Am nächsten Morgen war Jack fit wie Bolle und demonstrierte glasklar mit Markieren und Abscharren, dass er sich immer noch für einen überaus wichtigen, wenn nicht gar den wichtigsten Hecht hält.


Vier Stunden war der Jacky krank – jetzt lacht er wieder Gottseidank!!
Viele Grüße, Euer Carlito
