Für eine Woche hatten wir Besuch – Yasha und seine Chefin aus Berlin haben sich bei uns von Großstadtlärm und -luft erholt. Und was macht man mit liebem Besuch? Man fährt ans Meer!

Mein Welpenonkel aus Berlin ist jetzt ein richtiger Opi geworden, wildes Spielen und Toben ist nichts mehr für ihn. Glücklicherweise finden wir Hunde aber auch im Alter immer noch Vieles, woran wir richtig Spass haben.

Kein Jammern über Alterszipperlei, kein Gestöhne oder wehleidiges Seufzen – wir genießen den Moment. Haben die Menschen vielleicht früher gemeckert, weil wir nicht schnell genug gekommen sind oder uns mehr für andere Hunde als für sie interessiert haben, so meckern sie bei den älteren Semestern, weil sie gerne alles mögliche schnabulieren, die vielleicht tauben Ohren auf Durchzug stellen und in äußerster Gemütlichkeit alles abschnüffeln. Die Menschen meckern immer – da stehen wir Hunde drüber.
Überhaupt findet jeder Hund sein eigenes Hobby am Meer, der eine badet und taucht so wie ich, der nächste tölt und schreit, weil er will, dass mensch ihm etwas ins Wasser schmeißt, ein weiterer bettelt niedlich und posed, während andere Schnüffeln oder noch andere sich auf dem Erschnüffelten wälzen – das Meer ist einfach die Wucht!!





Die Chefin kennt ihre Pappenheimer und weiß, dass wir am Strand regelmäßig völlig überdrehen. Schreien, Rempeln und Chaos sind vorprogrammiert, wenn wir uns am und ums Wasser bewegen, und so wählt sie Zeiten aus, wo der Strand leer ist und höchstens ein paar einsame Wanderer sich wundern, ob es wohl gerade ein Meerbeben oder ein Marinemanöver gibt, wenn sie an uns vorbeikommen.



Natürlich können wir auch sehr brav sein, wenn es nötig ist – auch wenn wir das ziemlich langweilig finden, Leckerchen hin oder her.

Nein, am Strand muss es lustig einhergehen, da bleibt keiner unberührt und selbst Queen Ginny und Oldster Yasha kamen so richtig aus dem Quark (Jack wusste gar nicht so recht wie ihm geschah, als ihm der große Schwarze auf einmal in den Hintern zwickte).


Als echter Retriever habe ich neuerdings meine Leidenschaft für Wasservögel entdeckt. Die Chefin muss mich - den Hund ohne jeglichen Jagdtrieb - auf einmal ermahnen, die friedlichen Möwen, die so neckisch auf dem Wasser paddeln und einen ganz nah ran lassen, nicht hoch zu scheuchen. Schade, ich dachte, dass gehört zum Retriever-Dasein dazu.
Bei unserem Meeres-Spaziergang war die Chefin ganz verblüfft, wie gekonnt ich mich über die Buhnen-Steine hinweg an die Möwen heranpirschte und auch noch die unschuldige Mollypops mitnahm.


Letztendlich hat die Püppie aber doch recht schnell abgedreht, alles was zu weit von Mama weg ist, verunsichert sie. Ich hingegen watete mutig immer weiter und die Chefin mußte doch ein, zwei markante Brüller ausstoßen um mich zum Umkehren zu bewegen.
Beleidigt gründelte ich anschließend im Uferwasser umher, bis ich mit der Nase an etwas weißes, glibberiges stieß. Entsetzt nieste ich und flitzete ans Ufer um mich ausgiebig zu wälzen.

Im ersten Moment dachten die Menschen ich hätte in die Qualle reingebissen und waren ganz besorgt um mich, aber nach dem Wälzen war alles wieder gut und die Chefin meinte: „ Siehste Carlchen, wieder was gelernt – von Quallen hält man lieber Abstand.“ Das muss einem doch gesagt werden!
Trotz dieses kleinen Unfalls haben wir alle den Ausflug sehr genossen, hoffentlich bekommen wir bald wieder Besuch, dem wir unsere schöne Ostseeküste zeigen können,
es grüßt euch Euer Meer-Bär Carlito
