Schon lange weiß ich, dass Sonntagnachmittage speziell für uns Hunde erfunden worden sind – die Menschen lassen sich dann immer extra nette Dinge für uns einfallen.
Diesmal haben sich Iris, Kerstin und Birgit eine besonders schöne Idee ausgedacht – eine Rallye mit ganz vielen Fragen im lauschigen Plön.

Jack war diesmal nicht mit – der hatte morgens schon beim Agility geholfen. Aber Ginger, Ginny und ich harrten gespannt der Dinge, die da kommen würden. Kaum waren wir aus dem Auto gestiegen, ging es schon los mit einer Station Rallye-Obedience. Statt Fragen mussten wir Karten-Aufgaben lösen und Ginger durfte mit Mette vorturnen.

Anschließend wurden wir in Teams auf den Weg geschickt. Mit uns zusammen liefen Petra und Seamus – wir waren also das GJA-Team (Golden-Jack-Aussie-Team), sozusagen Special Force, A-Team und so. Deswegen durften wir auch als erste los, wir sollten den Weg erkunden.

Die Fragen waren allerdings merkwürdig. Statt Fragen zu stellen, wie „Welches ist der schönste Hund in Plön? - Ein Golden Retriever.“ oder „Welche Farbe hat der intelligenteste Hund von Plön? - „Golden.“ oder „Welcher Hund badete als erstes im Plöner See? - Wahrscheinlich ein Golden Retriever.“ wurden ganz merkwürdige Fragen gestellt. Z.B. „Welche Farbe hat die Bank am Wegesrand?“
Mensch, wir Hunde haben es doch nicht so mit dem Farbensehen – wir sehen doch nur ein bißchen blau und gelb. Also haben wir uns eine blaue Bank gesucht, aber irgendwie glaube ich, dass war nicht die richtige …


Während wir uns gemütlich den Weg erschnüffelten, mussten die Chefs Bäume bestimmen, Straßenlaternen zählen und Treppenstufen zählen.
An einer ewig langen Treppenstraße meinte die Chefin, jetzt wären wir auch mal dran und machte eine extralange Abruf-Übung. Kein Problem, ich legte den Turbo ein und ging kurzfristig in den vierten Gang des Hundes: Fliegen!


Ginny meint, eigentlich hätte sie das Wettrennen gewonnen, aber ihre blöde Leine ist an einer Treppenstufe hängen geblieben, was ihr ein überaus empörtes Quietschen entlockte.
Auf einem Hausdach, saß ein ganz merkwürdiger Vogel, die Chefin möchte, dass so einer auch bei uns auf den Giebel kommt, ich würde ja eher einen tönernen Wachhund empfehlen.

Nach und nach verließen wir das Gelände am See und kamen in die Stadt, wo ich mir im Marktbrunnen erstmal die Füße kühlte.


Eine Touristin war so entzückt von unserem GJA-Team, dass sie uns gleich knipste und sich hinterher vor Lachen schüttelte, als sie sich das Foto ansah. Die Leute haben Hobbies!
Anschließend wanderten wir den Schlosshügel hinauf, allerdings unter Verlust unserer Pool-Position: Die dödeligen Chefs mussten unbedingt ein Eis essen und so wurden wir von den anderen Hunden überholt. Die Menschen haben gar keinen Ehrgeiz!


Aber unsere Chefin ist ja gar nicht so streng wie sie aussieht und so haben wir auch einen Teil der Eiswaffel bekommen – da lacht der Retriever!

Auf dem Rückweg war besonders Ginger ganz schön müde. Immerhin war es das erste Mal, dass sie in der Stadt war. Dafür hat sie es ganz großartig gemacht, sagt die Chefin.
Unser GJA-Team hätte bestimmt gewonnen, wenn es denn Platzierungen gegeben hätte. Wir waren so eifrig dabei, haben wirklich jeden Laternenpfahl von Plön beschnüffelt, tausend neue Gerüche identifiziert, strategisch wichtige Stellen markiert und tapfer jedes Leckerchen gefressen – wir waren echt super! Aber die Chefs meinten, alle Hunde wären gleich gut gewesen und so bekamen wir alle ein schönes Geschenk. Auch super! Und vor allem lecker!
Vielen Dank noch einmal an die Veranstalterinnen, wir hatten soviel Spass,
es grüßt euch, Euer Carlito
