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    10.03.2013, 10:05 Uhr

    Das Zuchttauglichkeitsdingsda


    Hurra, es ist vollbracht – Carlos from Ivy`s Paradise hat seine Zuchttauglichkeitsprüfung bestanden! Ich bin jetzt ein zuchttauglicher, züchterisch wertvoller Zuchtrüde, ihr dürft auch ZZZ zu mir sagen!

      
    Einer meiner Lebensträume ist wahr geworden: Zwar habe ich immer noch keine Ente apportiert, aber es ist jetzt schriftlich fixiert, dass ich der Schönste und Größte bin. Wie es dazu gekommen ist, ist mir zwar nicht so ganz klar, aber den Retriever freut`s.

    Schon 3 Wochen ist es her, da machte sich an einem Sonntag mal wieder unser schon erprobter Ausstellungs-Tross mit der Chefin, der Tochter von der Chefin, Maskottchen Ginny, sowie mein BFF Merlin mit seiner Chefin Bettina auf den Weg gen Kellinghusen zur Ausstellung.




    Das Wetter war zwar gruselig, aber wenn die Menschen sich was in den Kopf gesetzt haben, ziehen sie es auch durch, und wenn die Chefin extra ihre Kurse abgesagt hat, dann fährt man auch zur Ausstellung, lass es stürmen oder schneien. Uns Hunden war es nur recht, Action ist immer gut!

    Auf der Ausstellung angekommen, fanden wir schnell unseren Platz, wo wir eigentlich immer unser Lager aufschlagen und machten es uns gemütlich. Während die Chefs Papiere ausfüllten und die Lage checkten, vergnügten wir Hunde uns auf unsere Weise: Toben und Kuscheln!




    Merlin ist am Anfang im Ausstellungs-Gewühl immer ein bißchen aufgeregt, aber nachdem ich ihn ordentlich durchgeknabbert hatte, fühlte er sich viel besser (auch wenn seine Chefin grummelte, dass ich seinen feinen fluffigen Look zerstört hätte).
    Ginny ist ja manchmal sehr zickig zu mir, klaut und zerstört meine Püppchen oder knurrt mich an, wenn ich Kuscheleinheiten von den Chefs möchte, aber an einem Ausstellungstag ist sie so lieb zu mir, ich genieße das sehr!

    Naja, und dann hieß es warten und warten und … warten. Meine Güte, haben wir an dem Tag viel gewartet.

      
    Wir haben uns die Zeit mit allem möglichen vertrieben, Tricks, Kuscheln, Kabbeln und irgendwann kam auch eine Schlumpfen-Mütze ins Spiel:




    Aber dann wurde es ernst: Zum ersten Mal trat ich in der Offenen Klasse der Hunde über 18 Monate an. Zu dem Zeitpunkt war ich super drauf, schwebte über`s Parkett, dass allen der Mund offen stehen blieb und stellte mich wie ein echter Profi in Pose (im Nebenring wurde da allerdings gerade auch ein seeeeehr schickes Wäller-Mädel, eine Verwandte von Merlin, gerichtet).

      
    Die Richterin war ganz beeindruckt und schrieb in den Richterbericht die Bemerkung: „ Ein Top-Vertreter seiner Rasse, ein wahrer Champ!“ Da strahlte die Chefin! Eigentlich bin ich ja der Champ, aber wenn es sie freut, darf sie sich gerne in meinem Ruhm sonnen.
    Das sie dann aber noch stundenlang mit der Richterin säuseln musste und sich über meine Vorzüge unterhielt, war wirklich unnötig. Sie hätte mir lieber einen Knochen als zweites Frühstückchen kredenzen sollen.

      
    Immerhin gingen wir hinterher spazieren und trafen ein ganzes Rudel von Wällern.

      
    Sie rasten wie die aufgescheuchten Hühner umher, Merlin war voll in seinem Element, so daß ich fast ein bißchen eifersüchtig wurde und irgendwann sehr energisch versuchte Merlin wieder für mich zu beanspruchen. Ist doch wahr. Was habe ich von meinem BFF, wenn er mich für jeden Hündinnen-Popo stehen lässt.

    Danach, ihr ahnt es schon, warteten wir mal wieder.

      
    Immerhin waren in der Zwischenzeit meine Züchterin Marion (Ivy`s Paradise) und ihre Schwester Martina (Brook Pearl) mit ihren Hunden gekommen und so warteten wir wenigstens in guter Gesellschaft.

    Nach gefühlten Ewigkeiten passierte dann endlich wieder etwas: Der Lauf zum BOB („Best of Breed“). Die Chefin und ich rissen uns zusammen und gewannen gegen 2 andere Rüden, die auch sehr schön waren. Nun war auch ich ein bißchen stolz.

      
    Die blaue Rosette passt natürlich auch sehr gut zu meinem cremefarbenen Fell. Es war überhaupt ein sehr erfolgreicher BOB-Lauf, denn auch Rosie und Amber gewannen ihre Gruppen.

    Eigentlich hätte es jetzt so weiter gehen sollen, ein Tag wie im Märchen, erst der Super-Richterbericht, dann das BOB und dann eine formidable ZTP. Aber nein, wir warteten und warteten, das auch zunehmend gereizt, weil ein Rudel Schäferhunde wirklich den ganzen Tag lautstark bellte, pöbelte und seinen Frust heraus schrie – es war nervenzerfetzend.

    Als wir dann zur Zuchttauglichkeit antraten, durfte unsere Richterin uns nicht zum zweiten Mal an einem Tag bewerten, und die andere Richterin stand offensichtlich mehr auf niedliche Westhighland-Terrier, als auf prächtige Golden Retriever. Sie begrüßte uns kaum und fing sofort an, den Bericht auszufüllen.




    Die Chefin und ich standen rum und langweilten uns, und fingen in unserer Verzweiflung an, Tricks zu machen. Das war aber auch falsch, was uns die Richterin im muffigen Ton erklärte. Gut, also nur Steh und Steh und Steh.

      
    Ich stand mir die Beine wie ein Zinnsoldat in den Bauch, nur damit eine andere Richterin uns ermahnte, wir ständen an der völlig falschen Stelle, wir müssten parallel zum Richtertisch stehen. Und woher sollten wir das wissen? Meine Chefin ruht ja im Allgemeinen sehr in sich, aber da wurde sie doch beinahe etwas maulig.
    Ach, was soll`s, der Richter-Bericht ist trotzdem großartig ausgefallen, ich erfülle den Rasse-Standard als „optimaler Vertreter“, damit wollen wir uns entspannt zufrieden geben. Entscheidend wichtiger war die tierärztliche Beurteilung in Rendsburg und die ist ja zu aller Zufriedenheit ausgefallen.

    Nun ist es amtlich:
    Carlito Colombo darf kleine Retrieverchen zeugen und sein obercooles, großartiges, natürlich auch bescheidenes Wesen und sein herrliches Outfit an seine Nachkommen weitergeben.
    Eine erste Anfrage hat es schon gegeben, aber wir lassen es ganz ruhig angehen, ich bin ja noch ein rechter Kindskopf.

    Es grüßt euch, euer ZZZ Carlito Colombo from Ivy`s Paradise