Die Chefin ist auch nie zufrieden – immer bastelt und überlegt sie, was sie und ihre Kolleginnen in der Hundeschule verbessern und erweitern können.
Wir Hunde sind natürlich die Testpersonen und seit letzter Woche wird das neue Angebot „Erziehungsspaziergänge“ von uns vorgetestet und ausgearbeitet.

Bei der Premiere (Erziehungsspaziergang am Bahnhof) durfte ich zu meiner Freude dabei sein und prüfen, ob meine Hundefreunde alles genauso umsetzen würden, wie Jack und ich das bei der Begehung zuvor geplant hatten.
Auf den Spaziergängen sollen wir Hunde lernen, dass hund, auch in den ungewöhnlichsten Alltagssituationen, egal, ob es laut, miefig oder unruhig es ist, sich ruhig und brav zu verhalten hat – und unsere Menschen sollen lernen, wann und wie sie uns Schutz geben müssen, welchen Situationen man besser mit Leckerchen und welchen lieber mit konsequentem Grundgehorsam zu begegnet.

Wir trafen uns auf einem Parkplatz, und obwohl Schnee lag und es schon langsam dämmerte, waren alle Hunde gekommen, die sich angemeldet hatten. Statt Freilauf (den hätten Jack und ich uns auf dem Parkplatz natürlich sehr gut vorstellen können), gab es markante Anweisungen, wie die Hunde an der Straße an der Leine zu führen sind und los ging es.

Auch mein Freund Merlin war mit von der Partie, und obwohl er sicher auch lieber an dem von Jack und mir geplanten Freilauf teilgenommen hätte, gliederte er sich brav neben seinem Frauchen ein und folgte uns zum Bahnhof. Immer muss die Chefin sich durchsetzen!

Auf dem Bahnsteig sollten alle Hunde „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ machen, damit sie merkten, dass diese Standard-Übungen auch unter schwierigen Bedingungen zu schaffen sind. Jack und ich hatten an dieser Stelle nur vermerkt: „Dringend viele Leckerchen essen.“ Und das passte ja gut zusammen.
Anschließend wanderten wir noch durch eine Unterführung, machten eine Anbindeübung am Bahnhof und erlebten unseren ersten Zug, während es völlig dunkel wurde.
Ich muss sagen, alles klappte vortrefflich, wir Hunde waren so was von brav und die Mischung von Leckerchen und Gehorsam passte ganz vorzüglich.
Anschließend liefen wir auf einer hohen Brücke über eine große Straße, wo unzählige stinkende Autos mit grellen Lichtern vorbei rasten. Pascha schaute sogar interessiert über das Geländer, aber uns anderen reichte der totale Gestank.

Zum Abschluss schauten wir uns noch einen weiteren Zug an, aber das ließ alle kalt, wir waren mittlerweile schon richtige Bahnhofprofis. Nur als so ein komischer, bemützter Typ sich plötzlich aus dem Waggon lehnte, musste Pepper einmal bellen, aber da hat sich die Chefin schnell davor gestellt und Pepper war beruhigt.


Nach dem Erziehungsspaziergang bin ich gleich schlafen gegangen, meine Sinne waren so was von vernebelt, die Menschen wissen gar nicht wie laut und vor allem stinkend ihre Umwelt ist.
Erst am nächsten Tag, war die Welt wieder in Ordnung – im Schnee, bei uns auf den Feldern und natürlich mit Freilauf!

Viele Grüße, Euer umwelterprobter Carlito