Kurz nach Silvester haben wir einen Ausflug zu Lea und Hajo gemacht. Diesmal sind wir nicht zur Schwentine gegangen, komisch, ich hätte bestimmt gerne gebadet.
Stattdessen durften wir uns auf einer ehemaligen Pferdekoppel austoben und Lea zeigte uns ein ganz neues Hobby:

Mäuse ausbuddeln – coole Sache!!
Eigentlich war ich überrascht, dass die Chefin uns das Jachtern überhaupt erlaubt, sie ist doch sonst so pingelig. Aber sie war, glaube ich, genauso fasziniert wie wir und wollte beobachten, wie Jack und ich uns bei unserer allerersten Mäusejagd anstellen.
Während Jack eher halbherzig an den zahlreichen Gängen der Wühlmäuse herum schnoberte, hatte ich mich bald an einer Stelle festgesaugt.

Mäuse riechen super! Das Buddeln ging ich trotzdem ganz vorsichtig an, hund weiß ja nicht, ob diese entzückenden Mäuse vielleicht zum Monster mutieren und kleine Retriever plötzlich auffressen.
Aber ich zeigt ein perfektes Vorstehen, bin eben doch der Erbe langer Ahnenreihen berühmter Jagdhunde.

Während ich noch tief inhalierte und in Mäuseparadiesgerüchen schwelgte, fing die Chefin plötzlich an zu lachen: „Carlos, dir rutscht ja das ganze Gesicht nach vorne!“ Die hat ja keine Ahnung, ich war voll konzentriert und habe dabei nur ein bißchen die Stirn gerunzelt – Menschen, die wissen gar nichts vom Jagen.

In der Zwischenzeit hatte sich auch mein Jack ans Werk gemacht und legte systematisch die Gänge der kleinen Nager frei. Ich habe ihm sofort vertraut, dass er als der Ältere weiß, wie man`s macht, und habe ihn voller Elan unterstützt.


Lea ist ein echter Profi, was das Anlegen von tiefen Löchern angeht – sie hat innerhalb kürzester Zeit einen beeindruckenden Krater angelegt – die Retriever staunt und lernt!


Und plötzlich schrie die Chefin – der Jack hatte wirklich eine Wühlmaus gefangen! Besser gesagt: erlegt, denn sie war mausetot. Ob totgebissen oder totgetreten war nicht mehr festzustellen – aber essen wollte er sie auf jeden Fall.

Nachdem die Chefin das Tierchen auf den nächsten Acker entsorgt hatte, hatte der schwarze Teufel schon die nächste am Wickel. Meine Güte, den Kerl kann man ja keine Sekunde aus den Augen lassen. Und ich hatte immer noch keine, wahrscheinlich bin ich bei allem guten Willen doch zu blond! Aber Lea hat mir zum Trost das Heu vom Mäusenest überlassen, das konnte ich stolz herumtragen.

Yasha und Ginny zeigten sich übrigens ziemlich unbeeindruckt von unseren Buddelaktionen: Ginny hat Angst vor Mäusen (sie hat vor Jahren im Garten ein Mäusenest ausgebuddelt und ist schreiend weggelaufen) und Yasha ist zu erhaben, für solch Kinkerlitzchen – Buddeln ist unter seiner Würde.
Jack und mir hat es auf jeden Fall großen Spass gemacht, und wenn wir schon keine Hasen und Rehe jagen dürfen, so ist die Mäusejagd doch ein herrlicher Zeitvertreib.
Und beim nächsten Mal schlage ich voll zu, Euer Goldinator Carlito
