Langsam bin ich schon ein alter Hase im Showgeschäft – und als die Chefin die Tüte mit den vielen rot-weißen Sachen aus dem Schrank kramte, wusste ich schon was uns erwartete – das Weihnachtsfoto.

Letztes Jahr war es noch ein rechter Kampf, denn mein Platz-Bleib war als 6-monatiger Jungspund natürlich noch ein bißchen unterentwickelt. Außer dem verlor Ginny ständig ihre Mütze und bei unserem guten alten Bossi-Hasenohr wollte auf den spitzen Ohren sowieso keine Mütze halten.
Dieses Jahr verlief alles in größter Ruhe, wir lagen da wie aus Holz geschnitzt. Eigentlich schade, denn letztes Jahr gab es durch das allumfassende Chaos deutlich mehr Leckerchen.

Miss „Etepetete“ Ginny wollte allerdings wieder keine Mütze auf dem Kopf behalten – sie schaute so erbärmlich und mitleiderregend, dass die Chefin ihr nur das Weihnachtswurst-Mäntelchen anzog. Unsere kleine Dickmadame war sofort wieder obenauf und poste selbstzufrieden auf dem schwarzen Weihnachtswichtel.


Für das komplette Weihnachtsfoto sollten wir drei möglichst eng zusammen rücken. Kein Problem – Jacky und ich kuscheln ja sowieso gerne, und Ginny hat die Chefin einfach mitten rein springen lassen.
Für diese Kuschel-Einlage gab es dann doch allerlei Leckerchen, besonders für Jack, der ja früher ziemlich auf seine Individualdistanz geachtet hat.



Zwischen Bild 2 und 3 gibt es nur einen markanten Unterschied – könnt ihr ihn entdecken? Ich gebe Euch einen kleinen Tipp: Auf der Straße hatte ein Hund gebellt.
Danach durften wir uns erholen und im Schnee toben. Jack hatte sich aus der Weihnachtstüte einen roten Stiefel geklaut und schüttelte ihn mit viel Erfolg zu Tode.


Als die Chefin das sah, musste er ihn natürlich sofort apportieren. Wahnsinn, mit 4,5 Jahren kann unser Black-Jack jetzt doch annähernd zufriedenstellend apportieren: Er hält die verschiedensten Gegenstände und trägt sie mit etwas Anleitung stundenlang durch die Gegend.

Ja, isser nicht niedlich !!
Bevor ich womöglich genauso ernst und ordentlich hätte arbeiten sollen, schnappte ich mir eine große Weihnachtskugel und schoss sie in echter Torjägermanier durch den verschneiten Kräutergarten.




Es machte irre viel Spass und wenn ich nicht den ein oder anderen Lavendel geschrottet hätte, wäre ich wohl davon gekommen. Aber nachdem sich die Chefin das zunehmend chaotischer werdende Spiel eine Weile mit angesehen hatte, unterbrach sie mich mitten in einem dramatischen Versuch die Weihnachtskugel unter Tonnen von Schnee und einem wild gewordenen Retriever zu begraben und ich musste den dämlichen Stiefel doch noch apportieren. Kann ich natürlich, wenn es sein muss.


Auf dem anschließenden Spaziergang war das Abendlicht so schön golden, dass die Chefin so verzückt war, dass sie ihre Kamera noch einmal auspacken musste.
Jack will sich jetzt wohl endgültig bei Walt Disney verpflichten lassen – er machte einen auf Weihnachtshäschen.

Und ich? Ich mimte den ultimativen Golden Retriever – goldener geht`s doch kaum noch!

So Ihr Lieben, nun ist der Schnee schon wieder weg, es hat sich ausgegoldet, und der gute alte Schmuddel-Grau-Ton ist zurück. Was soll`s, rieselt alles wieder raus, und mir macht es genauso viel Spass durch eine Pfütze zu rasen, wie durch eine Schnee-Wehe.
Es sendet Euch viele vorweihnachtliche Grüße, Euer Carlito
