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    29.04.2018, 13:15 Uhr

    Freud und Leid liegen nah beieinander (7. Trächtigkeitswoche)


    Manchmal zeigt das Schicksal eine merkwürdige Art von Humor: In einem Moment ist alles rosarot und im tiefsten Frieden und im nächsten geht es auf Leben und Tod und ein Abgrund tut sich auf.

      
    Letzte Woche ging zunächst alles seinen gewohnten Gang: Simba und ich trainierten für das Dogdance-Turnier am 01. Mai (meine Choreo findet ihr demnächst auf Turtle.TV (http://www.golden-tartaruga.de/turtletv.php) und Ginger trainierte für ihre Babies – sie schlief!




    Das Simba-Tier ist in diesen Tagen überaus frech: Sie wandert durch das Haus und macht Unfug. Mal klaut sie die Fernbedienung, mal zerreißt sie einen 50-Euro-Schein und holt sich im nächsten Moment ein Stück Käse vom Tisch. Die Chefin passt schon auf wie ein Luchs, doch das Butzentier findet immer wieder die kleinen Lücken im System.

      
    Ginger ist im letzten Trächtigkeitsdrittel und hat den Betrieb auf „Slow Motion“ umgestellt. Das darf sie auch, ist ihr Bauch doch jetzt am Ende der siebten Woche schon dicker als beim letzten Mal kurz vor der Geburt. Im WM-Jahr will sie unbedingt eine Fussballmannschaft bekommen und die Chefin befürchtet im Moment, dass vielleicht auch noch ein oder zwei Ersatzspieler dabei sind!




    Beim Spaziergang läuft Madame mit dem verträumten Schlendergang der Schwangeren. Sie schnüffelt hier, sie markiert da – sie ist nicht krank, sondern eben völlig gemächlich. Seit gestern muss sie auch nicht mehr die komplette große Runde laufen, dass ist einfach zu weit.

      
    Voller Aktivität ist Mrs. Mollipops zum einen beim Essen, da ist sie weiterhin sehr hinterher: Angehende Sportler brauchen ihrer Meinung nach viele Kalorien. Die Chefin steigert den Gehalt des Essens mit Eigelb, Quark und Ölen aber nur wenig in der gesamten Menge – Madame soll nicht zu fett vor der Geburt sein.
    Zum anderen sucht Ginger jetzt schon aktiv nach einem guten und geheimen Platz für eine mögliche Wurfhöhle. Sie ist dieser Tage ganz Wolf!
    Den besten Platz hat sie unter unserer Terrasse gefunden: Lockeres Erdreich mit Überdachung. Wenn sie sich unbeobachtet glaubt, verschwindet sie heimlich und macht erste Probegrabungen.




    Wenn die Chefin sie dann anmault und heraus ruft, weil sie auf ihrem Hof kein Kellergeschoß haben will, ist Ginger sehr betrübt. Vor allem deswegen, weil sie erwischt worden ist!

    Anfang der Woche waren wir ganz gemütlich auf dem Hundeplatz und alles war wie immer, Ginger trug ihren Bauch spazieren, Jack hütete seinen Ball und Simba, Lotta und ich spielten

      

      
    Die Chefin wollte unbedingt ein Foto vom Babybauch im „Steh“, doch Ginger war dazu in keinster Weise bereit. Man kann von einer zukünftigen Mutter zukünftiger Bambinos nicht erwarten, dass sie ihren Astralleib für mehr als 5 Sekunden im Steh zeigt – das ist zu anstrengend!

      
    Ich habe ihr dann unauffällig geholfen, damit die Chefin nicht die Krise bekommt!

      
    Abends war noch alles gut, die Chefin, Simba und ich kamen müde von der Dogdance-Generalprobe nach Hause, dann gab es Futter und dann wären wir eigentlich alle ins Bett gegangen.

    Aber um kurz vor Mitternacht begann Lotta zu würgen. Immer wieder würgte sie tief aus dem Bauch heraus, aber es kam nichts. Die Chefin wanderte mit ihr durch den nächtlichen Garten, aber Lotta ging es immer schlechter. Ein Abtasten verhärtete den Verdacht, dass unsere alte Tante eine Magendrehung haben könnte.
    Zunehmend besorgt telefonierte die Chefin mit dem Tierarzt, dann mit dem Nottierarzt und schließlich mit der Tierklinik in Wasbek: Dort endlich bekam sie eine klare Ansage: Unverzüglich losfahren!

    Über die nächtliche Autobahn mit der stöhnenden Lotta im Kofferraum raste die Chefin zur Klinik, wo Lotta munter in die Praxis trabte. Doch nur ein Sturm im Wasserglas?
    Nein, das Röntgenbild gab Klarheit und 10 Minuten später wurde unsere alte Dame schon operiert – bei der Magendrehung zählt jede Minute!

    Was war das für ein Drama! Wir Hunde waren alle völlig aufgelöst, als wir merkten, dass es Lotta so schlecht ging. Lotta selbst ging erst zur Chefin und dann immer wieder zur Ginger, als ob sie hoffe, dass ihre Freundin ihr helfen könnte.

      
    Erst 2 Tage später durfte die Chefin Lotta wieder abholen. Mit einem schicken Body angezogen, konnte man die große Narbe am Bauch nicht sehen und äußerlich hätte man nie gemerkt, dass Lotta um Haaresbreite dem Tod von der Schüppe gesprungen war.

    Und doch ist jetzt alles anders!




    Simba und ich wollten natürlich gleich wieder mit unserem Getüm spielen, aber die Chefin meckerte uns ganz ungewohnt laut an, dass wir dies sofort unterlassen sollten: Absolute Schonung ist jetzt angesagt! Nur kurze Spaziergänge, kein Toben, kleine mickrige Mahlzeiten – alles was für Lotta das Leben bei uns lebenswert macht, ist auf einmal verboten.

      
    Aber wir haben sie noch, dass ist das Wichtigste und sie freut sich und ist guten Mutes. Und vielleicht dürfen wir ja auch irgendwann wieder ein bißchen spielen!

      
    Als ob des Wahnsinns nicht genug gewesen wäre, wurde Simba am Donnerstag noch von einer Biene gestochen. Sie bekam einen kleinen Schock und fing an zu spucken. Die Chefin hat sie gleich mit Rescue-Tropfen versorgt und ist zum zweiten Mal in vier Tagen zum Nottierarzt gefahren. Die Tierärztin meinte aber, es wäre nicht so schlimm.

    Nun ja, die Püppi schwoll im Gesicht an und sah zwischenzeitlich aus wie ein kleines weißes Hippo!

      
    Aber nach 3 Stunden ging die Schwellung wieder weg und Simba war wieder die Alte, fröhlich und unbeschwert.
    Jetzt ist es hoffentlich genug mit all den Dramen,
    das wünscht sich nicht nur, Euer Carlito